← Zurück zur Titelseite Technologie

DRAHTBERICHT AUS SARAWAK — INDIENS SQUASH-DUO GREIFT NACH DEM TITEL

6. Juli 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

Die Frequenz war schlecht heute morgen. Störgeräusche aus dem Äther, dann ein kurzes Rauschen, dann endlich Sarawak. Dritte Asienmeisterschaften im Doppel-Squash, und Indien ist mittendrin — als Titelverteidiger, versteht sich. Ich höre zu, was die Drähte hergeben, und übersetze, wie immer.

Wer Squash nicht kennt: Vier Wände, ein Gummiball, zwei Spieler, Schläger aus Kohlefaser oder Holz. In Sarawak, im malaysischen Teil der Insel Borneo, wird seit Donnerstag um Medaillen gespielt. Asiens beste Doppelpaare. Ich saß am Empfänger, der Kaffee wurde kalt, das Lötlicht blieb an.

Abhay Singh und Velavan Senthilkumar, gesetzte Nummer eins, schickten ihre Auftaktpartie gegen Südkorea mit der Aktenmappe eines gewissenhaften Buchhalters über die Bühne. Oh Seojin und Min Woo Lee bekamen ihre Lehre: 11:7, 11:10. Pool A, Satz und Sieg, keine Überstunden. Im Viertelfinale standen Naoki Hayashi und Ren Makino aus Japan an der Wand. Erster Satz 11:3 — die Inder spielten, als wäre die Hallenheizung defekt und sie allein im Warmen. Im zweiten Satz ein kurzes Zucken, 10:12, ein Stolperer im Treppenhaus. Dann wieder 11:5, kontrolliert, kalt. Halbfinale gegen die malaysischen Drittgesetzten Sanjay Jeeva und Duncan Lee, immerhin auf eigenem Boden: 11:7, 11:9. Sauber, ökonomisch, keine Extras. Das ist die Art zu spielen, die Titel verteidigt. Kein Spektakel, keine Rettung in letzter Sekunde, nur Arbeit.

Morgen, am Sonntag, wartet Pakistan im Endspiel. Nasir Iqbal und Noor Zaman, Setzliste zwei. Indien gegen Pakistan — diese Konstante braucht keine Erklärung, weder in der Zeitung noch im Funkhaus. Wer die Drähte kennt, weiß: in Lahore wird genauso angespannt mitgehört wie in Chennai. In solchen Endspielen schreibt sich Sportgeschichte, und sei es nur in den Annalen der nationalen Verbände.

Nicht jeder Draht trug gute Nachricht. Rahul Baitha und Suraj Chand schlugen Singapur (Samuel Quek Wei Yi und Justin Yap) deutlich 11:3, 11:3, mussten sich aber den Japanern Hayashi und Makino in drei Sätzen beugen: 8:11, 11:8, 6:11. Pool B. Aus, kein Weiterkommen. Im Mixed lieferte das gesetzte Duo Velavan Senthilkumar und Joshna Chinappa gegen Taipeh eine Demonstration — Cordelia Hsu und Pan Hong Rui wurden mit 11:2, 11:3 nach Hause geschickt. Eine Sendung, die ankam. Das Halbfinale aber brachte das Aus gegen die malaysischen Fünften Ainaa Amani und Md. Kamal: 8:11, 11:8, 8:11. Bronze, immerhin. Im Damendoppel dasselbe Ergebnis für Chinappa und Rathika Seelan — nach drei Siegen in der Vorrunde in Pool B, makellos durch den Eröffnungstag, kam im Halbfinale Endstation gegen Malaysias topgesetzte Ainaa Amani und Yee Xin Ying: 9:11, 7:11. Janet Vidhi und Pooja Arthi, Setzliste sieben, holten zwei von drei Spielen am Eröffnungstag, ein Ergebnis, das in der Zeitung als ordentlich verbucht wird.

Vier indische Medaillen also, drei davon aus Bronze. Eine morgen vielleicht aus Gold. Die Form von Abhay und Velavan stimmt, das Netz kennt sie inzwischen beim Namen. Die Frage ist nicht mehr, ob sie spielen können — die Frage ist, ob Pakistan sie lassen kann. Iqbal und Zaman haben ihr eigenes Halbfinale überlebt, sie werden nicht in Sarawak spazieren gehen.

Vier Medaillen für Indien, eine Chance morgen. Mehr verlangt die Statistik nicht. Die Drähte bleiben offen bis Sonntag.

Ada Voss Terminal Tribune

✦ Ende des Artikels ✦
← Zurück zur Titelseite