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Frühmorgens auf Sendung: Frequenzwechsel bei der BBC

11. Juli 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

London. Die BBC tauscht ihre Frühstücksstimme aus. Sara Cox übernimmt im kommenden Monat den Breakfast Slot auf Radio 2, geladen ist als erster Gast der Filmschauspieler Tom Hanks. Ihr Vorgänger Scott Mills wurde abgezogen, die langjährige Moderatorin Tina Daheley hatte ihren Abschied nach achtzehn Jahren im Frühstücksgeschäft bereits angekündigt — beides geschah in einem Abstand von Tagen.

Cox kommt vom Nachmittag, den sie sieben Jahre lang bespielte. Ihr Abschied dort wurde mit einem Abendessen im Devonshire in Soho begangen. Die Geste sagt viel über den Laden: Man schickt niemanden ohne Dinner nach Hause. Es ist die britische Art, eine Stuhlveränderung in einen Akt der Würde zu verpacken.

Technisch betrachtet ist die Sache einfach. Eine Mikrofonbuchse, ein Mischpult, ein Sendeturm. Dahinter ein paar Megahertz auf der UKW-Skala, die sich seit Jahrzehnten kaum verändert haben. Was sich ändert, ist die Stimme, die hineingesprochen wird. Cox spricht schnell, witzig, mit nordenglischem Akzent — das ist die Ware, die das Publikum am Morgen kaufen soll, bevor es den Tee aufgießt.

Die Frage ist immer: wer sitzt am Regler? Die BBC ist keine Privatsendung, sie ist Anstalt des öffentlichen Rechts. Aber Anstalt ist nicht gleich automatisch gemeinwohlorientiert — das Publikum ist die Lizenzgebühr, und die Quote bleibt König. Cox ersetzt einen Mann, der gehen musste. Warum, darüber schweigt das Haus. Man sagt nicht gern, wer gehen muss und warum; man sagt nur, dass jemand geht.

Daheley hatte achtzehn Jahre im Frühstückssegment verbracht — eine kleine Ewigkeit in einem Gewerbe, in dem drei Jahre schon nach Beständigkeit aussehen. Ihr Abgang kam knapp vor Cox' Antritt. Das ist kein Zufall. Die BBC wollte keine Lücke, keine zwei Stimmen, die um dieselbe Frequenz buhlen. Erst räumt die eine das Feld, dann betritt die andere es. So wird das gemacht.

Tom Hanks als erster Gast: Eine sichere Wahl. Ein Name, den jeder kennt, der nichts polarisiert, der gute Laune verbreitet. Man nennt das im Senderjargon einen Anfütter-Gast. Wer danach kommt, weiß das Publikum schon, was es will.

Die neuen Frequenzen werden sich nicht ändern. Was sich ändert, ist die Handschrift, mit der sie bespielt werden. Cox soll fröhlich sein, nahbar, ein bisschen albern — "seven years of silliness", nannte sie selbst ihre bisherige Schicht. Das ist die Lizenz, die ihr das Haus ausstellt. Wer morgens vier Millionen Menschen unterhält, darf keine Risse zeigen. Die Stimme muss halten, was der Kaffee verspricht.

In wessen Händen liegt das Mikrofon ab dem nächsten Monat? In den Händen einer Frau, die weiß, wie das Geschäft läuft. Die sich bei Soho-Abschiedsdinners verbeugt und am nächsten Morgen schon wieder vor dem Pult steht. Die versteht, dass der Apparat größer ist als jede einzelne Stimme.

Die Drähte summen weiter. Ich notiere.

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