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Sendepause in Maine: Fetterman fordert Sanders' Entschuldigung

12. Juli 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

Die Frequenz war klar, der Empfänger bereit. Was John Fetterman am Montagabend in Laura Ingrahams Sendung auf Fox News in die Leitung schickte, kam unverstellt. Der Senator aus Pennsylvania verlangte von seinem parteilosen Kollegen Bernie Sanders aus Vermont eine Entschuldigung. Nicht für ein taktisches Manöver. Für das, was Sanders zuvor vorangetrieben hatte: einen Kandidaten, der nun glaubhaft der Vergewaltigung beschuldigt wird.

Der Name: Graham Platner. Demokratischer Senatskandidat in Maine, Austernfischer von Beruf, frisch gekürter Nominee seiner Partei nach dem Urnengang am 9. Juni in einer YMCA-Halle in Blue Hill. Seither ein Mann, dessen Aktenlage sich Woche um Woche verdichtet. Am Dienstag veröffentlichte Politico den Bericht von Jenny Racicot. Die Frau schildert detailliert, was sich vor knapp fünf Jahren in ihrem Haus ereignet haben soll: Platner, "fast blackout betrunken", habe ihre Aufforderung, nicht zu kommen, ignoriert, die unverschlossene Tür benutzt, sich zu ihr gelegt und ihren Protest übergangen. "Ich erinnere mich an den genauen Moment", sagte Racicot, "in dem ich dachte: Das ist nicht mehr meine Entscheidung." Anschließend habe er sie genötigt, ungeschützten Geschlechtsverkehr zu dulden. Den Kontakt habe sie sofort abgebrochen. Auch CNN legte den Bericht vor.

Platners Kampagne reagierte mit einer schriftlichen Stellungnahme. Die Vorwürfe werden zurückgewiesen. Zugleich kündigte sie an, der Kandidat nehme sich "Zeit zum Nachdenken über den besten Weg nach vorn". Das ist Washingtoner Code für: Das Ende wird vorbereitet.

Fetterman ließ keinen Zweifel, wohin er den Finger richtete. Sanders habe diesen "Predator" mehr als jeder andere vorangetrieben, sagte er, habe ihm zur Nominierung verholfen. Jetzt solle er sich bei den Opfern entschuldigen, "besonders bei der Frau, die sagt, dass er sie vergewaltigt hat". Obendrein legte er nach: Vielleicht solle Sanders "ein paar Runden aussetzen". Der Verweis auf "Kommunisten" und auf "P-Hustle" folgte, ein Echo auf Platners umstrittene Vergangenheit, auf ein Tattoo mit NS-Symbolik und auf ältere Reddit-Beiträge, die seit Wochen durch die Mühlen der Onlinemedien laufen. Ingraham hatte vorgerechnet, die Parteispitze habe all das übersehen wollen, weil er "ihr Star" gewesen sei.

Andere Demokraten hatten da längst den Stecker gezogen. Senatorin Elizabeth Warren aus Massachusetts, Kongressabgeordneter Ro Khanna aus Kalifornien, beide forderten Platner öffentlich zum Rückzug auf. Sanders selbst veröffentlichte am Dienstag eine Erklärung, die routiniert klang und doch ein Eingeständnis war: "Ich habe mit Graham Platner über den besten Weg nach vorn für Maine gesprochen. Angesichts dieser sehr ernsten Vorwürfe habe ich ihm empfohlen, zurückzutreten." Wenige Tage zuvor hatte Sanders während eines Stopps der "Fighting Oligarchy"-Tour an der University of Maine in Orono noch gemeinsam mit Platner auf der Bühne gestanden. Ein Reporter stellte ihm kritische Fragen zu Platners alten Beiträgen. Sanders reagierte gereizt: "Get a better job."

Eine Stimme aber blieb im Äther hängen, wo andere längst abschalteten. Stephen King, der Horrorautor, selbst in Maine zu Hause. Auf X schrieb er: "Graham Platner tritt vielleicht zurück. (Ich hoffe, er tut es nicht.) Währenddessen macht der Abuser in Chief einfach weiter." In einem zweiten Beitrag: "Wenn ihr die ganze Wahrheit über jeden im Senat und im Repräsentantenhaus kennen würdet, diese Kammern wären leergefegt." Und dann die Bibel: "Jesus sagte: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein."

Die Reaktion folgte dem Muster, das King seit Jahrzehnten provoziert. Die konservative Kommentatorin Sara Gonzales spitzte es zu: "Wer unter uns hat noch nie eine kleine Vergewaltigung begangen? — Stephen King, sinngemäß." Jonah Goldberg, Chefredakteur von The Dispatch, fragte trocken: "Weil wir nichts über hypothetisch vergewaltigende Gesetzgeber wissen, sollen wir diejenigen vergeben, von denen wir es wissen?" Adam Cochran, Politikberater, setzte den Maßstab: "Ich brauche sie nicht perfekt. Ich brauche nur, dass sie nicht glaubhaft der Vergewaltigung beschuldigt werden. Das ist eine ziemlich vernünftige Bitte, Stephen."

Am Ende des Tages stand fest, was die Wellen schon angekündigt hatten. Platner zog seine Kandidatur zurück. Ein Austernfischer aus Maine, der Senator werden wollte, verlässt das Rennen, bevor es richtig begonnen hat. Die Frage, wer den Stecker gezogen hat, ist beantwortet. Die Frage, wer ihn früher hätte ziehen müssen, steht noch im Raum.

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