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Serbiens Präsident kündigt nach Wochen der Proteste seinen Rücktritt an

13. Juli 2026 — — — Kastner

Es gibt Rücktritte, die wie ein Atemholen wirken, und es gibt Rücktritte, die nach sorgfältig gesetztem Spielzug aussehen — gesetzt auf einem Brett, das nur der Spieler zu kennen vorgibt. Aleksandar Vučić, seit dreizehn Jahren das Gesicht der serbischen Politik, hat am Samstag in Belgrad angekündigt, er werde sein Amt „in wenigen Wochen" niederlegen. Die Worte fielen auf einer Kundgebung seiner Anhänger, im Zentrum der Hauptstadt, vor jenen, die ihm noch folgen.

„Ich werde nur noch für ein paar Wochen Präsident sein, und dann trete ich zurück", sagte er. Es war eine Ansprache, die wie ein Abschied klang und zugleich die Form einer Kampfansage trug. Vučić stellte vorgezogene Neuwahlen in Aussicht — sowohl für das Präsidentenamt als auch für das Parlament. Einen Termin nannte er nicht. Sein zweites und letztes Mandat wäre regulär im Sommer 2027 ausgelaufen; eine erneute Kandidatur als Präsident erlaubt das serbische Wahlrecht nicht.

Die Entscheidung kommt nach achtzehn Monaten Protest, die das Land erschüttert haben. Ausgangspunkt war das Unglück am Bahnsteig des Bahnhofs von Novi Sad im November 2024, als eine Überdachung einstürzte und sechzehn Menschen starben. Was als Trauer begann, wuchs sich aus zur Anklage: gegen eine Regierung, der Kritiker Misswirtschaft, Korruption, Verbindungen zur organisierten Kriminalität und eine zunehmende Einschränkung der Pressefreiheit vorwerfen. Studenten übernahmen die Straße, mit ihnen die Opposition, mit ihnen Menschenrechtsgruppen. Sie forderten vorgezogene Neuwahlen, beharrlich.

Die Proteste verliefen nicht ohne Gewalt. Hunderte Menschen wurden festgenommen; die Europäische Union warf der serbischen Polizei übermäßige Gewaltanwendung und willkürliche Verhaftungen vor. Im Januar 2025 trat Premierminister Miloš Vučević zurück — ein erstes politisches Nachgeben, dem Vučić selbst nun ein zweites folgen lässt. Er selbst hatte die Demonstranten wiederholt „ausländische Agenten" genannt, hatte von „Spaltung" gesprochen und vom Versuch, die Regierung zu stürzen. Die Vorwürfe der Protestierenden wies er zurück.

An diesem Samstag nun der andere Ton. „Wir werden überzeugender siegen als je zuvor", sagte er den Seinen, und fügte hinzu, dies sei „wahrscheinlich das letzte Mal", dass er als Präsident zu ihnen spreche. Eine Formulierung, die man sich merken sollte: ein Mann, der sich verabschiedet und zugleich den Sieg seiner Partei zusagt.

Savo Manojlović, Kopf der studentischen Oppositionsbewegung Move-Change, sagte, was viele in Belgrad denken: „Mit dem Rücktritt und den vorgezogenen Wahlen versucht Vučić, seinem unvermeidlichen Sturz zuvorzukommen — wegen der Proteste und wegen der Studentenbewegung, die mehr Unterstützung hat als er." Die Studenten kündigten für Sonntag eine eigene Kundgebung in Kraljevo im Südosten des Landes an, um ihrer Forderung nach sofortigen Wahlen Nachdruck zu verleihen.

Serbien ist Beitrittskandidat der Europäischen Union. Brüssel hat den Weg an Bedingungen geknüpft: Rechtsstaatlichkeit, freie und faire Wahlen, die Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität, und die Anpassung der Außenpolitik — einschließlich Sanktionen gegen Russland. Vučić hat erwogen, auf den formal mächtigeren Posten des Ministerpräsidenten zu wechseln; sein Name steht für einen balanceakten Kurs zwischen Peking, Moskau und Washington, zwischen nationaler Rhetorik und europäischer Annäherung.

Was bleibt, ist eine Übergangszeit, die niemand genau datiert. Ein Präsident, der seinen Abgang in Wochen zählt, ohne ein Datum zu nennen. Ein Parlament, das aufgelöst werden muss, bevor es neu gewählt werden kann. Eine Gesellschaft, die seit anderthalb Jahren auf den Straßen verhandelt, was am Verhandlungstisch verweigert wurde. Belgrad tritt in jene Schwebe ein, die jeder kennt, der einmal zwischen zwei Regierungen gelebt hat: noch kein Aufbruch, schon kein Bestand.

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