New Yorks Sozialgesetz vor Gericht — 450 Dollar seit 2003
Die Verfassung des Staates New York enthält einen Satz, der wie ein Versprechen klingt: Der Staat müsse „aid, care and support for the needy" gewährleisten — Hilfe, Fürsorge und Unterstützung für die Bedürftigen. Klingt klar. Ist es nicht. Denn zum vierten Mal in knapp vierzig Jahren wird New York jetzt verklagt, weil er dieses Versprechen nicht einhält.
Die Klage wurde im vergangenen Monat eingereicht. Zwei Organisationen stehen dahinter: die Legal Aid Society und das Empire Justice Center, beide gemeinnützig. Sie vertreten Familien und Einzelpersonen, die durch die Maschen des Systems fallen. Der Kern des Problems: Die sogenannte „shelter allowance" — die staatliche Sozialleistung für Wohnkosten — deckt nicht annähernd die realen Mieten. New Yorks Mieten gehören zu den höchsten der Vereinigten Staaten. Die Differenz zwischen dem, was der Staat anerkennt, und dem, was eine Wohnung tatsächlich kostet, wächst seit Jahrzehnten.
Die Zahlen sind eindeutig. Für Familien mit Kindern liegt die monatliche Unterstützung seit 2003 bei 450 Dollar für eine vierköpfige Familie in New York City. Zwanzig Jahre, keine Anpassung. Für Haushalte ohne Kinder hat sich der Betrag seit 1988 kaum bewegt. Damals schrieb man noch mit Bleistift auf Karteikarten, heute scrollt man durch digitale Antragsformulare — der Betrag ist derselbe geblieben.
Minerva Pacumio ist 54 Jahre alt und eine der Klägerinnen. Sie steht vor der Räumung. Ihre monatliche Unterstützung beträgt 250 Dollar. Ihre Wohnung