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Was die Times in Absatz siebzig vergrub

13. Juli 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

Die Drähte summen. Aus Maine erreicht mich eine politische Frequenz, die noch nicht zur Ruhe kommt.

Graham Platner ist der Kandidat der Demokraten für den Senat des Bundesstaates Maine. Ein Hakenkreuz prangt nach Berichten als Tätowierung auf seiner Haut. Im Archiv des Reddit-Forums gibt er sich als Kommunist aus, attackiert Polizei und ländliche Wähler, äußert sich abfällig über Afroamerikaner, teilt perverse Neigungen, fordert eine Teenagerin zum Selbstmord auf und wünscht einem verwundeten Soldaten den Tod. Die Partei stützt ihn zunächst weiter.

Dann kommen die Vorwürfe der Frauen.

Lyndsey Fifield, eine frühere Lebensgefährtin, schildert körperliche Übergriffe. Sie sagt, Platner habe sie am Arm aus einem Taxi gezerrt, ihr den Arm hinter dem Rücken verdreht und sie in ein Schlafzimmer gestoßen. Die Vorwürfe werden laut. Teile der Partei werten sie als rechtes Manöver.

Anfang dieser Woche veröffentlicht das Politikmagazin Politico einen Bericht. Jenny Racicot, eine weitere Ex-Partnerin Platners, erhebt den Vorwurf der Vergewaltigung. Sie sagt, Platner sei im Jahr 2021 betrunken in ihre Wohnung gekommen, ohne Einladung, und habe sie vergewaltigt, obwohl sie ihn mehrfach zum Aufhören aufgefordert habe. Platner weist die Vorwürfe zurück.

Daraufhin wenden sich prominente Demokraten von ihm ab und fordern seinen Rückzug.

Nun zeigt sich, was die "New York Times" bereits wusste. Im Vormonat veröffentlichte das Blatt eine Reportage über Platners "beunruhigendes" Verhalten. Racicot war eine der interviewten Frauen. In den gedruckten Passagen schildert sie "positive memories" an Platner, sagt aber, er respektiere Frauen nicht. Erst rund siebzig Absätze tiefer im Text findet sich der Hinweis: "Ms. Racicot also said that in 2021 he arrived at her house drunk, after she had asked him not to come over. She declined to elaborate."

Gegenüber Politico stellt Racicot klar: Sie habe der Times sehr wohl von dem Übergriff berichtet. Nicht als Verweigerung weiterer Details, sondern off the record. Sie habe nicht als Vergewaltigungsopfer in der Zeitung stehen wollen. Ihr Part sei nur "durchgelesen" worden, sagt sie. "My part of the story was just a read-over."

Der Kern der damaligen Times-Reportage galt Fifield. Fifields Hintergrund, ihre politische Arbeit, ihre Vorwürfe — all das füllt den Großteil des Textes.

Lyndsey Fifield erhebt ähnliche Vorwürfe gegen die Times wie Racicot. Sie habe dem Blatt Kontaktdaten von Personen gegeben, die Platners Verhalten hätten bestätigen können. Das Blatt habe aber ausgerechnet jene nicht erreicht, die von der Sache wussten.

Die konservative Autorin Bethany Mandel schreibt in den sozialen Medien, das Blatt habe den Hinweis "dreißig Absätze tief unter einem Roman über Lyndseys beruflichen Hintergrund" vergraben. Sie spricht von "journalistischem Fehlverhalten".

Eine detaillierte Stellungnahme der Times zu diesen Vorwürfen liegt in den vorliegenden Berichten nicht vor. Die Times-Kolumnistin Michelle Goldberg schreibt in einem Beitrag für die eigene Zeitung, es seien "everyone made mistakes" passiert. Das Blatt verteilt die Verantwortung breit, ohne Namen zu nennen.

Für die Demokratische Partei stellen sich zwei Fragen — was wussten ihre Leute, und was wussten die Leute der Times. Die Frist, bis zu der Platner aus dem Rennen ausscheiden und ersetzt werden kann, ist der dreizehnte Juli. Eine Umfrage der Times, des Portland Press Herald und von Siena sieht die republikanische Amtsinhaberin Susan Collins bei 48 Prozent Zustimmung, 50 Prozent Ablehnung. Ohne Maine werde es schwerer, die Kongresskammer zurückzugewinnen, schreibt die Times selbst.

Platner kündigt über seine Kanäle an, er nehme sich "Zeit für die beste Lösung für Maine". Eine Entscheidung über seinen Verbleib im Rennen steht aus.

Auf den Drähten bleibt die Frequenz offen.

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