← Zurück zur Titelseite Technologie

Bundibugyo-Ebola: Oxford startet erste Vakzin-Studie am Menschen

13. Juli 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

Oxford hat am 13. Juli unter dem Namen BD-Ebov die erste Studie am Menschen gegen den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus begonnen. Fünfzig gesunde Erwachsene zwischen 18 und 55 Jahren sollen in den kommenden Wochen geimpft werden, vorbehaltlich der regulatorischen Genehmigung. Der Impfstoff trägt die Bezeichnung ChAdOx1 BDBV und stammt aus Oxfords Vaccine Group gemeinsam mit dem Pandemic Sciences Institute. Die Plattform ist dieselbe, die auch beim Oxford/AstraZeneca-Covid-19-Vakzin zum Einsatz kam — bewährte Technik, neues Ziel.

Das Serum Institute of India produzierte binnen zwei Wochen rund 620.000 Dosen und lieferte 4.000 Dosen für die Frühphase-Studie. Die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) stellt zunächst bis zu 8,6 Millionen US-Dollar bereit. Weitere klinische Studien sind in Uganda in Vorbereitung — gemeinsam mit dem Medical Research Council/Uganda Virus Research Institute und der London School of Hygiene & Tropical Medicine. Die Partner versprechen schnelle und erschwingliche Lieferungen für betroffene Länder.

Der Ausbruch dahinter spielt sich in der Demokratischen Republik Kongo ab. Am 17. Mai erklärte die WHO die Lage zur gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite. Bis zum 9. Juli zählten die Behörden 1.792 bestätigte Fälle und 625 Tote. Gegen den Bundibugyo-Stamm existiert weder ein zugelassener Impfstoff noch eine zugelassene Therapie. Die WHO bezeichnet die Lage weiterhin als Expansionsphase.

Zeitgleich haben in der kongolesischen Ituri-Provinz die ersten Patienten eine Behandlungsstudie mit zwei Wirkstoffen begonnen — sechs Wochen nach Ausrufung des Notstands. Wissenschaftler sprechen von Rekordtempo. Bunia, die Provinzhauptstadt, ist das Epizentrum. Die WHO empfahl im Mai, den ChAdOx1 BDBV gemeinsam mit einem Einzeldosis-Kandidaten namens rVSV Bundibugyo der International AIDS Vaccine Initiative klinisch zu evaluieren.

Vor Ort sieht es anders aus als in den Labors der Universität. Neema Haba, Mutter von drei Kindern und Bananenverkäuferin in Bunia, sagt: „Ich hoffe, dass diese Studien schnell vorankommen. Finanziell treibt uns dieser Ausbruch an den Rand, nichts läuft richtig. Wir kämpfen darum, unsere Kinder zu versorgen."

Die Basismaßnahmen — Fälle identifizieren, isolieren, Kontakte nachverfolgen — laufen, aber unter schwierigen Bedingungen. Etwa 75 Prozent der bekannten Kontakte werden derzeit nachverfolgt. Niedriges Vertrauen in die Behörden und eine mobile Bevölkerung behindern die Eindämmung. In dieser Woche haben Frontarbeiter die Arbeit niedergelegt — sie warten seit dem 15. Mai auf ihren Lohn.

Ebola-Überlebende Mireille Kahindo, 35, Krankenschwester, konnte am 16. Juni mit ihrem 16 Monate alten Sohn Micky Paul das Krankenhaus verlassen. Ein Lichtblick, der nicht über die Strukturprobleme hinwegtäuschen kann.

Die Bestattungsteams tragen das höchste Risiko. Ovide Maliabo, Fahrer eines Teams im Bergarbeiterort Rwampara, berichtet: „Wir sind nur knapp einer Lynchjustiz entkommen. Es ist eine Schande, dass wir nicht finanziell unterstützt werden." Sein Vorgesetzter Bahati John, Leiter des Teams, sagt, er habe nach einem Angriff durch Dorfbewohner einen Zahn verloren. „Seit dem 15. Mai haben wir bei all den Beleidigungen keinen einzigen Cent gesehen. Wir sind die Ernährer unserer Familien."

Die Toten sind ansteckend. Sie müssen von geschulten Teams begraben werden. Die Drähte zwischen Oxfords Impfstoffpipeline und Rwamparas Gräbern sind lang. Schnelligkeit im Labor ist das eine — Bezahlung, Vertrauen und Logistik vor Ort das andere. Bisher war es bei jeder Ebola-Epidemie dasselbe Bild: Die Pharmazie entwickelt, die Welt schaut zu, die Menschen sterben.

✦ Ende des Artikels ✦
← Zurück zur Titelseite