Sieben Millionen mehr Nachfrage: Wie Migration den Wohnungsmarkt sprengt
Der Briefkasten einer Mieterin in Indianapolis quillt über. Fünfunddreißig Absagen im letzten Quartal. Zwei Jobs, keine Schulden, ein Kredit, den niemand geben will. Sie versteht nicht, warum.
Eine mögliche Antwort liegt in einem Arbeitspapier der Federal Reserve Bank of Dallas. Sieben Millionen. So viele Menschen, schätzen die Autoren, sind zwischen 2021 und 2024 ohne dauerhaften Aufenthaltstitel in die Vereinigten Staaten gekommen. Das ist eine Stadt in der Größe Chicagos. Eine Stadt, die irgendwo wohnen musste.
Hier beginnt die Mechanik, die in der politischen Debatte meistens unter dem Tisch fällt.
Die Ökonomie kennt diese Mechanik gut. Eine Angebotskurve, die sich im Kurzfristigen kaum bewegt — Bauanträge brauchen Jahre, Zonenregelungen blockieren, Material und Arbeit sind knapp — trifft auf eine Nachfragekurve, die nach oben schießt. Was passiert, ist nicht Überraschung. Es ist Mechanik.
Dreißig Prozent des Anstiegs der Immobilienpreise, so die vorläufige Schätzung der Dallas-Fed, lassen sich auf diese eine Zahl zurückführen. Zwanzig Prozent der Mietsteigerungen. Jedes Prozent mehr nicht registrierter Arbeitskräfte am Markt korreliert demnach mit etwa 2,2 Prozent höheren Hauspreisen und 1,4 Prozent höheren Mieten.
Das ist nicht Xenophobie. Das ist Angebot und Nachfrage in einem Markt, der seit Jahrzehnten zu wenig baut.
Aber — und hier wird die Sache politisch interessant — die Autoren der Studie weisen selbst darauf hin, dass dies ein vorläufiges Papier ist. Es trägt einen Entwurfsstempel. Es spiegelt nicht zwingend die offizielle Haltung des Fed-Systems wider. Wer aus einer einzelnen Zahl ein Urteil über Menschen macht, hat das Wesen des Papiers nicht gelesen.
Was die Studie aber sehr wohl zeigt, ist etwas, das unsereins aus der Sozialberatung kennt: Struktur reagiert nicht auf Symbolik. Sie reagiert auf Volumen.
Das Volumen ist gewaltig. Und es landet nicht im luftleeren Raum. Es landet in Schulbezirken, in Wartelisten für Sozialwohnungen, in Notunterkünften, in Privatzimmern, die keine eigenen Wände haben. Es landet in den Mieten jener, die schon da waren.
Die Mechanik hat zwei Hälften. Die eine ist Nachfrage. Die andere ist Angebot.
Auf der Angebotsseite stehen Bauunternehmen, die nicht bauen können, weil Kommunen die Vorschriften ändern, Zonenregelungen Einfamilienhausviertel konservieren, Klagen jeden Großbau um Jahre verzögern. Das ist die zweite Hälfte der Gleichung, und beide Hälften wirken gleichzeitig.
Scott Turner, der amtierende Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung, hat diese Woche zu Fox News Digital gesagt: "In Amerika priorisieren wir amerikanische Bürger. Amerikanische Häuser sind für amerikanische Leute." Der Satz hallt. Er ist politisch. Er ist auch ökonomisch — gestützt auf jene Korrelation, die das Dallas-Papier nun beziffert hat.
Turner verweist auf zwei Verfügungen des Präsidenten, die regulatorische Hürden für den Wohnungsbau abbauen, den Zugang zu Hypotheken erweitern und das Angebot vergrößern sollen. Illegale Einwanderung zu reduzieren sei der Schlüssel, um die Nachfrage zu dämpfen.
Ein Schlüssel. Nicht der einzige.
Denn die Visa-Programme — und hier öffnet sich eine weitere Tür — funktionieren auf eigene Art als Nachfrageverstärker. Das H-1B-Programm erreichte unter Biden mit 442.425 Anträgen seinen Höhepunkt. Die Untersuchung von Vizepräsident JD Vance und Generalinspekteur Anthony D'Esposito geht davon aus, dass bis zu ein Fünftel aller H-1B-Anträge betrügerisch sind. Hunderte Millionen Dollar, so D'Esposito, allein im Gesundheitswesen veruntreut, oft gekoppelt an Kartelle und transnationale Banden, die unqualifizierte Personen in medizinische Einrichtungen bringen.
Das alles ist keine Anklage gegen einzelne Menschen. Es ist die Beschreibung eines Systems unter Druck. Ich habe Formulare ausgefüllt für Menschen, die keiner haben wollte. Ich habe gesehen, wie eine fehlende Unterschrift eine ganze Familie ins Obdachlosenheim brachte. Strukturen wirken. Gerecht oder ungerecht — sie wirken.
In New York hat Zohran Mamdani die Bürgermeisterwahl mit dem Versprechen gewonnen, die Stadt bezahlbar zu machen. Sein Programm: Schutzstatus, mehr Geld für Einwanderer-Rechtsbeihilfe, Mietendeckel. Eine Bremse, die wenig nützt, wenn das Angebot nicht wächst. Das Papier der Dallas-Fed deutet an, dass Mamdani ein Problem erbt, das seine eigene Politik vergrößern könnte — ohne dass er es so meint.
Wer jetzt austeilt, sollte innehalten. Wer das Papier ernst nimmt, kann nicht gleichzeitig so tun, als wäre eine Mauer die Lösung. Wer Migration anklagt, ohne die Bauordnungen zu erwähnen, macht es sich zu einfach. Wer Bauordnungen anklagt, ohne die Nachfrage zu erwähnen, ebenso.
Dreißig Prozent. Zwanzig Prozent. Sieben Millionen. Es sind Zahlen, die wehtun. Sie stehen in einem Entwurfspapier, das noch nicht fertig ist. Aber sie stehen. Der kleine Koffer unter dem Schreibtisch bleibt gepackt. Für alle Fälle.