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Durst im Netz — Tiruchis Wasserkrise zwischen Wartung und Vergessen

16. Juli 2026 — — — Kastner

Es gibt Städte, die man am Klang ihrer Brunnen erkennt, und es gibt Tiruchi, das man dieser Tage am Schweigen der Hähne erkennt. Seit Wochen verhält sich die Trinkwasserversorgung der zweitgrößten Stadt Tamil Nadus wie ein Organ, das seinen Rhythmus verloren hat, und die Bewohnerinnen und Bewohner der sogenannten tail-end-Lokalitäten lernen die Grammatik des Wartens von Neuem.

Die Aufzählung jener Viertel, die in den vergangenen Wochen unregelmäßig oder gar nicht versorgt wurden, liest sich wie ein nüchterner Kommentar zur Geografie städtischer Infrastruktur: Kallukuzhi, Sethuraman Pillai Colony, Sangiliandapuram, Palpannai, Gandhi Nagar und die Innenstraßen von Anbu Nagar. Es sind, das darf man ohne polemische Geste festhalten, jene Siedlungen, die am Ende der Versorgungsleitungen liegen — tail-end eben. Wer dort wohnt, wohnt am Rand des Netzes.

Die Anwohnerin R. Daisy aus Kallukuzhi bringt den Sachverhalt in jene Sprache, die Verwaltungen ungern zitieren: „Wasser wird nicht täglich geliefert, und selbst wenn, ist der Druck zu schwach, um unsere Speichertanks zu füllen. Wir sind gezwungen, auf private Tanker zurückzugreifen, was eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellt." Was als alltägliche Klage erscheint, ist eine ökonomische Strukturfrage: Wer es sich leisten kann, bestellt einen Wassertanker; Apartmentvereinigungen in einigen Vierteln organisieren private Lieferungen für ihre Bewohner. Wer es nicht kann, sammelt Regenwasser, borgt sich bei Nachbarn — oder schweigt.

Die Corporation, das sei der Fairness halber erwähnt, liefert Erklärungen. Wartungsarbeiten an Übertragungsleitungen, Reparaturen am Verteilernetz, Stromausfälle an Pumpstationen, vor allem Beschädigungen an Trinkwasserleitungen, die bei den laufenden unterirdischen Kanalarbeiten, dem UGD-Programm, angerichtet wurden. Am 9. Juli wurde die Versorgung in Thillai Nagar, Cantonment (alt und neu), Khajapettai (alt und neu), Anna Nagar, Junction (alt), Ponnagar, Karumandapam, South Ramalinga Nagar, UKT (alt und neu), Kallangadu, Milagupaarai und Society Colony vollständig unterbrochen, um einen Abschnitt der 400-Millimeter-Leitung der Pumpstation Kambarasampettai durch eine 600-Millimeter-Leitung zu ersetzen. Man plane, so die Pressemitteilung, die reguläre Versorgung am 10. Juli wiederherzustellen.

Man plane. Das Wort fällt hier nicht zufällig. Denn während die Corporation die Unregelmäßigkeit als vorübergehende Begleiterscheinung infrastruktureller Erneuerung darstellt, offenbart ein zweiter, am 10. Juli veröffentlichter Bericht eine andere Mechanik: Die Tiruchi City Corporation verfügt über keinen festangestellten Klempner in ihren 65 Wahlkreisen. Im Jahr 2024 zählte die Personalrolle rund zehn Festangestellte; nach Pensionierungen, Todesfällen und sonstigen Abgängen sind es null. Dringende Reparaturen werden auf Tageslohnbasis vergeben — wann immer sie vergeben werden.

Der CPI-Stadtrat K. Sureshkumar formuliert es so: „Die Stellen sind seit mehr als einem Jahrzehnt unbesetzt. Wir erwarten von der neuen Regierung Schritte zur Behebung." Eine Aussage, die nicht in parteipolitischer Rhetorik aufgeht. Sie benennt schlicht ein Jahrzehnt der Nicht-Nachbesetzung und damit ein Jahrzehnt, in dem die Corporation das Provisorium der Tageslöhne zur Dauerlösung werden ließ. Das UGD-Programm, das Leitungen wiederholt beschädigt, und der chronische Mangel an Reparaturpersonal stehen in einem Verhältnis zueinander, das in den Akten der Stadt sichtbar wird — nur hat bislang niemand den Aktendeckel geöffnet.

Die Corporation selbst, so berichten ihre eigenen Quellen, hält 20 bis 25 festangestellte Klempner für notwendig, einer für jeweils zwei bis drei Wahlkreise. Es ist keine großzügige Zahl, sondern das Minimum dessen, was eine Stadt dieser Größe braucht, um auf Lecks, beschädigte Hausanschlüsse und Sickerstellen reagieren zu können. Stattdessen werden Wartungsarbeiten an Überlaufbehältern und sonstiger Infrastruktur an private Agenturen vergeben. Mit dem Einsetzen des Monsuns, so heißt es in den Reihen der Verwaltung selbst, steigt das Risiko der Wasserkontamination durch unzureichend reparierte Leckagen. Es ist eine Aussage, die in ihrer Beiläufigkeit das Ausmaß des Problems umreißt: Die Verwaltung kennt die Risiken, benennt die Zahlen, formuliert die Mindeststandards — und lässt sie über Jahre unbeantwortet.

Was bleibt, ist die Frage nach der kommunalen Logik der Prioritäten. Warum wird eine Pipeline auf 600 Millimeter erweitert, während gleichzeitig das Personal fehlt, um die bestehenden Leitungen instand zu halten? Warum werden in Sonntagsreden Versprechen erneuert, während die Viertel am Netzende weiterhin Tanker bestellen? Welche Aktenmappe, welches Wartungsprotokoll, welche Budgetplanung erklärt, dass zehn Stellen über ein Jahrzehnt hinweg unbesetzt bleiben, obwohl die Verwaltung den Bedarf selbst beziffert? Es sind die leisen Fragen, die sich selten für Schlagzeilen eignen, sehr wohl aber für jenes langsame, gleichmäßige Misstrauen, das eine Stadt gegen ihre eigene Verwaltung entwickelt.

In Tiruchi, so scheint es, ist Wasser keine Selbstverständlichkeit. Es ist ein Verwaltungsakt — und in den tail-end-Lokalitäten vor allem ein Akt des Wartens.

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