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A&O Shearman: Zwei Komma Zwei Millionen für jeden Partner

16. Juli 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

London. Die Drähte summen, und was sie mir übersetzen, klingt zunächst nach Genesung. A&O Shearman, die Kanzlei, entstanden aus der Verschmelzung von Allen & Overy mit Shearman & Sterling, hat ihre Partner mit durchschnittlich 2,2 Millionen Pfund entlohnt. Die Gewinne, so melden die Quellen, sind auf das Niveau vor der Fusion zurückgekehrt.

Lassen Sie diese Zahl einen Moment stehen. Zwei Komma Zwei Millionen Pfund pro Partner. Das ist kein Gehalt. Das ist ein Schnitt durch ein Imperium, verteilt auf Menschen, die in Nadelstreifen entscheiden, wer in welcher Stadt welche Glasfaserleitung verlegen darf, welche Übernahme vor Gericht steht und welche Patente wem gehören.

A&O Shearman ist keine Kanzlei im herkömmlichen Sinn. Allen & Overy, 1888 in London gegründet, mit tiefen Wurzeln im Finanzdistrikt. Shearman & Sterling, 1873 in New York, mit Verbindungen bis in die hintersten Winkel der Wall Street. Zusammen bilden sie eine Einheit mit rund vierzig Büros auf fünf Kontinenten. Das ist Infrastruktur.

Dass die Gewinne auf das Vor-Fusions-Niveau zurückgekehrt sind, klingt nach Stabilität. Nach: Wir haben den Sturm überstanden. Aber Stabilität ist in der Wirtschaft keine Naturkonstante. Sie ist eine Entscheidung — oftmals eine, die anderswo bezahlt wird.

Die durchschnittliche Partnervergütung von 2,2 Millionen Pfund bedeutet, dass diese Maschine in der Lage ist, enorme Summen auszuschütten, ohne dass die Bücher ins Wanken geraten. Das funktioniert nur, wenn oberhalb und unterhalb dieser Zahl bestimmte Dinge im Gleichgewicht bleiben. Die Associates, die die eigentliche Arbeit machen, verdienen einen Bruchteil davon. Die Mandanten, die diese Rechnungen tragen, sind zumeist Konzerne aus Sektoren, die auch unsere Leser kennen: Telekommunikation, Energie, Halbleiter, Finanzdienstleistungen.

Was eine einzelne Zahl nicht erzählt: Welche Mandate wurden hereingeholt, um dieses Ergebnis abzusichern? Welche Bereiche wuchsen, welche schrumpften? Wer stieg in der Hierarchie auf, wer ging? Die Meldungen sprechen von zurückgekehrten Gewinnen. Sie sprechen nicht davon, was während der Fusionsphase beiseite geräumt, zusammengelegt oder aufgelöst wurde.

Eine Fusion dieser Größenordnung verschiebt Bilanzen — und sie verschiebt Machtverhältnisse. Zwischen London und New York, zwischen den ehemaligen Allen-&-Overy-Partnern und den ehemaligen Shearman-&-Sterling-Partnern, zwischen denen, die schon vorher an der Spitze standen, und denen, die nachzogen. Die Gewinne können vor und nach der Fusion gleich aussehen, ohne dass das Innenleben dasselbe ist.

Dazu kommt: Diese Ausschüttungshöhe ist ein Signal an den gesamten Markt. Sie sagt jungen Anwälten: Hier kannst du landen, wenn du durchhältst. Sie sagt Mandanten: Diese Kanzlei hat die Ressourcen für eure größten Geschäfte. Sie sagt Konkurrenten: Wir sind zurück.

Und sie sagt etwas über das wirtschaftliche Umfeld, in dem solche Summen offenbar wieder fließen können. Wenn eine internationale Großkanzlei in der Lage ist, jedem Partner ein Einkommen auszuzahlen, das dem Bruttoinlandsprodukt eines mittelgroßen Dorfes entspricht, dann bewegt sich irgendwo eine erhebliche Menge Kapital. Die Frage ist nicht nur, ob das gesund ist. Die Frage ist, woher dieses Geld stammt und wohin es als Nächstes fließt.

Die Telekommunikations- und Tech-Branche, die wir beobachten, ist zunehmend auf genau diese Art von Rechtsberatung angewiesen. Übernahmen, Kartellverfahren, Datenschutzstreitigkeiten, grenzüberschreitende Finanzierungen — all das läuft durch Hände wie diese. A&O Shearman gehört zu denen, die an vorderster Front sitzen, wenn es um die großen Geschäfte geht.

Die Rückkehr zum Vor-Fusions-Niveau ist also weniger eine nüchterne Buchhaltermeldung als ein Indikator. Die Maschine läuft wieder rund. Wer in ihr welche Position innehat und welche Mandate den Ausschlag gaben, das sagen die verfügbaren Meldungen nicht im Detail. Aber wer in der Lage ist, eine solche Summe auszuschütten, hat in den vergangenen Jahren bestimmte Entscheidungen getroffen, die diese Ausschüttung erst möglich gemacht haben. Welche das waren, das erzählen die Drähte noch nicht.

— Ada Voss, Terminal Tribune

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