Indiens Automarkt: 40 Prozent unter Strom
MUMBAI, 7. Juli 2026. Die Zahl, die zuerst fällt, ist 25,57,234. Eine Viertelmillion Fahrzeuge, in einem einzigen Monat über die Ladentische indischer Autohändler gewälzt. 21,83 Prozent über dem Vorjahr, 1,03 Prozent über dem Vormonat. FADA-Daten, veröffentlicht am Montag, nüchtern aufgemacht wie eine Telefonliste. Wer nur diese Zahl liest, sieht einen Markt im Dauerlauf. Wer die Drähte darunter sucht, sieht etwas anderes.
Der eigentliche Bruch liegt weiter unten in der Tabelle. Personenkraftwagen: plus 28,63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Traktoren: plus 25,31. Zweiräder: plus 21,22. Nutzfahrzeuge: 16,88. Dreiräder: 16,20. Die Liste der Segmente liest sich wie ein Staffellauf, bei dem jeder Läufer schneller wird. Dass ausgerechnet im Juni jeder Rekord gebrochen wurde, sagt FADA-Präsident C.S. Vigneshwar, zeuge von der "strukturellen Tiefe" der indischen Wachstumsgeschichte. Eine Formulierung, die nach Holz klingt, aber Strom führt. Der Juni ist ein Übergangsmonat, der Monsun kam spät, die regenabhängigen Märkte warteten ab. Dass die Saison trotzdem bricht, sagt mehr als jeder Vergleichswert des Vorjahres.
Die Wahrheit steht in der zweiten Spalte. Der Anteil alternativ angetriebener Personenkraftwagen — CNG, Hybrid und Elektro zusammengenommen — hat erstmals die 40-Prozent-Marke überschritten. 40,35 Prozent, aufgeschlüsselt in 24,33 Prozent CNG, 8,27 Prozent Hybrid, 7,75 Prozent Elektro. Das ist keine Kurve mehr, das ist eine Schwelle, über die ein Markt nicht zurückrollt. Vier von zehn verkauften Personenkraftwagen im Juni tragen einen Tankdeckel, der nicht nur Benzin kennt.
Die reine Elektro-Zahl kommt einen Tag später, am 7. Juli, mit demselben Datenkörper, aber anderem Blickwinkel: 3,06,220 Elektrofahrzeuge, plus 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Gesamt-EV-Durchdringung überschreitet 12,5 Prozent — getragen von Dreirädern, die zu 64,1 Prozent elektrisch fahren, und Zweirädern, die mit 10,6 Prozent erstmals im zweistelligen Bereich liegen. Elektrische Personenkraftwagen: 31,823 Einheiten, 7,7 Prozent Anteil, plus 108 Prozent gegenüber dem Vorjahr — eine Zahl, die auf niedriger Basis leichter fällt, aber nicht weniger Gewicht hat. Elektrische Nutzfahrzeuge: 3,53 Prozent Anteil, mehr als verdoppelt gegenüber 1,57 Prozent im Vorjahr. Der schwere Lastverkehr hinkt mit 8,26 Prozent Wachstum, die leichten Lieferwagen ziehen mit 21,10 Prozent, der E-Commerce lässt grüßen.
Hier liegt die Linie, an der sich entscheidet, wer an Indiens Straßen künftig verdient. Die Hersteller, die früh auf Zweirad- und Dreirad-Elektrifizierung gesetzt haben, sitzen jetzt auf einem Markt, der doppelt so schnell wächst wie der Verbrenner. Legacy-Hersteller, so Vigneshwar, "führen nun den elektrischen Zweiradmarkt an". Etablierte Player skalieren Elektroautos. Neue Akteure, indische wie globale, wählen Indien als Prioritätsmarkt. Die alten Karten werden in den Werkhallen neu gezeichnet, nicht auf den Konferenzbühnen.
Was fehlt in der Rechnung, sind die Risse. Der Manufacturing PMI für Juni liegt bei 54,2 — der zweitniedrigste Wert in vier Jahren. Noch über der Expansionsschwelle von 50, aber das Polster wird dünn. Die sogenannten Wheeled Construction Equipment brachen um 40,94 Prozent ein, was FADA auf einen hohen Vergleichswert des Vorjahres schiebt. Traktoren wachsen um 25,31 Prozent, 1,00,818 Einheiten, getragen von einer Ernte, die noch nicht eingefahren ist, und einem Monsun, der noch auf sich warten lässt.
Dann die Geographie. Im städtischen Zweiradmarkt klettern die Zulassungen um 4,25 Prozent gegenüber dem Vormonat, auf dem Land fallen sie um 4,55 Prozent. Dieselbe Zahl, zwei Indiens. Die Aspiration kommt aus den Städten, die Ernte aus den Dörfern, und die Ernte wartet auf Regen.
40 Prozent. Das ist die Zahl, die in den nächsten Quartalsberichten der Hersteller als Begründung auftauchen wird, warum Margen steigen oder fallen. 12,5 Prozent EV-Durchdringung. Das ist die Zahl, an der Batteriehersteller, Ladeinfrastruktur-Fonds und Stadtwerke ihre Investitionspläne ausrichten. 22 Prozent Wachstum. Das ist die Zahl, die die Konjunkturhoffnung trägt — und die offene Frage, ob das Polster hält, was es verspricht.
Mein Bleistift ist stumpf, der Kaffee kalt. Die Drähte summen weiter.