Die erfundenen Hungerstreiker von Louisiana
Sechs Männer in Louisiana, bereit zu verhungern, bis die Autorin E. Jean Carroll fünf Komma sechs Millionen Dollar zurückgibt. So stand es am fünfzehnten Juli auf Facebook, Bluesky, Threads und X. Wer die Drähte kennt, hört den Ton sofort: zu sauber, zu passend. Ich habe nachgeprüft.
Die Quelle ist nicht Louisiana. Sie ist The Halfway Post, ein selbsternanntes Satireportal. Betreiber Dash McIntyre veröffentlichte die Meldung am vierzehnten Juli. Seine Bio auf X sagt es offen: „Dadaistisches Graffiti. Halbwahre Komödie und Satire. Ich berichte nicht die Fakten, ich verbessere sie." Die Masche: Geschichten so absurd formulieren, dass sie beinahe identisch wirken mit dem, was die reale politische Bühne täglich liefert. Komische Katharsis für Leute, die kurz hineinfallen.
Diesmal fielen mehr hinein als sonst. Snopes-Leser fragten nach, das Portal durchsuchte Bing, DuckDuckGo, Google und Yahoo. Keine Nachrichtenagentur hatte berichtet. Hätte es sechs Männer gegeben, die für einen Präsidenten freiwillig sterben — die Telegraphenbüros hätten es gehabt. Hatten sie nicht.
Der Hintergrund ist real. Ein Geschworenengericht sprach Carroll 2023 fünf Millionen Dollar zu, wegen sexueller Übergriffe und Verleumdung durch US-Präsident Donald Trump. Der Vorfall ereignete sich in einem New Yorker Luxuskaufhaus. Die Auszahlung mit Zinsen ging am dreizehnten Juli 2026 bei Carroll ein. Fünf Komma sechs Millionen, Stand heute.
Auf einer anderen Frequenz summt es weiter. Alex Marlow, Chefredakteur von Breitbart, sprach in seiner Radioshow über dieselbe Entscheidung. Er nannte sie einen „Skandal unseres Justizsystems" und schloss daraus, sie beweise, Trump sei kein König, kein Autokrat, kein Diktator, kein Faschist. Die Sendung läuft auf dem Salem Radio Network, wochentags von zwölf bis eins Eastern, um neun Uhr abends zusätzlich auf Salem TV. Podcast auf YouTube, Rumble, Apple und Spotify.
Zwei Sendungen, ein Rauschen. Die eine war erfunden und wurde geglaubt. Die andere war echt und wurde kommentiert. Beide landeten bei Empfängern, die zwischen Signal und Störung nicht mehr trennen. Das Werkzeug macht die Botschaft. Hier war das Werkzeug mal ein gesättigter Witz, mal ein Mikrofon mit Reichweite. Beide schickten dasselbe durch dieselben Leitungen — und fanden Gehör bei Menschen, die längst gehört haben wollen.
Ich bleibe am Draht. Ada Voss, Terminal Tribune.