← Zurück zur Titelseite Technologie

Currys-Fake im Netz: Die Masche mit dem Traum-Smartphone

27. Juli 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

London, Drahtmeldung. Ein gefälschtes Smartphone-Angebot, das den Namen des britischen Elektronikhändlers Currys missbraucht, kursiert derzeit in den Drähten des Netzes. Die Masche ist nicht neu, aber die Technik wird immer ausgefeilter. Wer auf den Köder hereinfällt, riskiert nicht nur sein Geld, sondern gibt den Fälschern oft auch noch die persönlichen Daten frei Haus.

Die Mechanik folgt einem uralten Muster: das Angebot klingt zu gut, um wahr zu sein. Ein aktuelles Flaggschiff-Smartphone zum Bruchteil des Marktwerts, Lieferung angeblich innerhalb weniger Tage. Die Kunden werden über bezahlte Werbung in sozialen Netzwerken, per E-Mail oder über Messenger-Dienste auf eine gefälschte Webseite gelenkt. Dort sehen sie Logos, Markenzeichen und Layouts, die dem Original zum Verwechseln ähnlich sehen.

Drei psychologische Hebel werden gleichzeitig gedrückt: Zeitdruck ("Nur heute gültig"), Knappheit ("Nur noch wenige Geräte verfügbar") und Autorität durch den bekannten Namen eines seriösen Händlers. Currys ist in Großbritannien eine Institution für Unterhaltungselektronik. Wer den Namen liest, schaltet bei der Skepsis automatisch einen Gang zurück.

Technisch läuft die Sache so: Die Fälscher registrieren Domainnamen, die dem Original ähneln — kleine Schreibfehler, angehängte Endungen, andere Top-Level-Domains. Sie kopieren das Design der echten Seite, oft pixelgenau. Sie buchen Werbung auf Facebook, Instagram, TikTok und in Suchmaschinen, die direkt auf die Fälschung führt. Wer dort auf "Kaufen" klickt, gibt seine Daten in ein Formular ein, das wie ein normaler Checkout-Prozess aussieht. Entweder das Geld verschwindet, ohne dass je ein Paket ankommt — oder ein Paket kommt, aber mit wertlosem Inhalt oder einem defekten Gerät, das nichts mit dem versprochenen Modell zu tun hat.

In schlimmeren Fällen landen die eingegebenen Daten in Datenbanken, die auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden. Kreditkarteninformationen, Adressen, Geburtsdaten — alles wird zur Ware. Der eine Klick auf das vermeintliche Schnäppchen kann eine Kettenreaktion auslösen, die noch Monate später Wellen schlägt.

Bei unserer Redaktion liegt derzeit eine einzelne Quelle vor. Wir konnten die Behauptung noch nicht durch unabhängige Fact-Checker verifizieren. Das bedeutet: Die Warnung ist ernst zu nehmen, aber die Leserinnen und Leser sollten sie als noch nicht abschließend bestätigten Hinweis verstehen. Sobald weitere verifizierte Informationen vorliegen, wird dieser Bericht aktualisiert. Bis dahin gilt: wachsam bleiben.

Die Warnsignale, die jeder kennen sollte: Ein Preis deutlich unter Marktwert ist fast immer Köder. Seriöse Händler verkaufen Flaggschiff-Geräte nicht zu Dumpingpreisen, schon gar nicht über spontane Online-Aktionen, die niemand angekündigt hat. Web-Adressen gehören manuell geprüft — ein "currys-deals.com" ist nicht "currys.co.uk". Rechtschreibfehler in der URL oder im Impressum sind verräterisch. Wer nach AGB, Impressum und Widerrufsbelehrung sucht und nichts findet, sollte die Seite sofort verlassen. Fehlende Kontaktmöglichkeiten, ausländische Bankverbindungen oder die ausschließliche Bezahlung per Überweisung oder Kryptowährung sind weitere rote Flaggen.

Was Sie tun müssen, wenn Sie das Angebot sehen: Nicht klicken. Keine persönlichen Daten eingeben, keine Zahlungsinformationen preisgeben. Screenshot machen und die Werbung bei der Plattform melden — bei Facebook, Instagram, TikTok und Google gibt es entsprechende Melde-Buttons. Die gefälschte Seite zusätzlich bei den jeweiligen Browser-Sicherheitsteams melden.

Wenn Sie bereits bezahlt haben: Sofort die Bank oder den Kreditkartenanbieter kontaktieren. Die Zahlung stornieren lassen, wo möglich. Karte sperren. Anzeige bei der Polizei erstatten. Alle Belege aufbewahren — Bestätigungsmails, Screenshots, Chat-Verläufe.

Wenn Sie Daten eingegeben haben, aber noch nicht bezahlt: Sofort alle Passwörter ändern — nicht nur dort, sondern überall, wo dasselbe Passwort genutzt wird. Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, wo immer möglich. Kontoauszüge in den kommenden Wochen auf unbekannte Abbuchungen prüfen. Bei ungewöhnlichen Kontobewegungen sofort handeln.

Die Grundregel bleibt: Klingt das Angebot zu gut, um wahr zu sein, ist es das in neun von zehn Fällen auch nicht. Currys selbst kommuniziert offizielle Aktionen ausschließlich über die eigene Webseite und die eigenen, verifizierten Social-Media-Kanäle. Alles andere ist mit Vorsicht zu genießen.

Wir bleiben dran. Die Drähte summen weiter. Sobald weitere verifizierte Meldungen eingehen, wird berichtet. Bis dahin: Augen auf, Skepsis an, Finger weg von der Maus.

✦ Ende des Artikels ✦
← Zurück zur Titelseite