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Puppen mit abnehmbarem Geschlecht — und die Frage, wer das bezahlt

28. Juli 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

Minneapolis, im Heute. Die Drähte summen, anders als früher, aber das Prinzip ist dasselbe: Wer zahlt, bestimmt. Wer bestimmt, schweigt oft.

Sechs Jahre hat die University of Minnesota an Papierpuppen geforscht, deren Geschlechtsmerkmale sich abnehmen und austauschen lassen. Sam, Rory, Avery, Parker — Namen ohne Geschlecht, über hundert austauschbare Kleidungsstücke, Frisuren, Accessoires. Ein therapeutisches Spielzeug, kein Spielzeugladenprodukt. Dahinter steht das Institute for Sexual and Gender Health der medizinischen Fakultät.

Die Puppen sollen Kindern zwischen vier und zehn Jahren zeigen, "welche Möglichkeiten es gibt, wer sie sein können", sagt Mitgründerin Dianne Berg. Die zweite Mitgründerin: Nic Rider, lizenzierte Therapeutin und Professorin, Spezialgebiet Transgender-Gesundheit bei Minderjährigen. Auf einer Konferenz 2024 war Prototyp "Sam" zu sehen — abnehmbarer Penis beiseitegelegt, Kleid und Mädchenunterwäsche in Griffweite. Die Werbung verspricht, "Gender soll Spaß machen". Ein trans Mr. und Mrs. Potato Head, in Papier.

Aus der Forschung wurde ein Unternehmen. MyGender Dolls, gegründet von den beiden Psychologinnen. Die Website beschreibt das Produkt als Werkzeug für "therapeutic play" — für Kinder, die sich bereits als trans identifizieren. Adressaten sind Therapeuten, Schulberater, Kinderärzte und Psychologen. Ob Eltern die Puppe bestellen können, bleibt offen. Die Website verrät auch den Preis nicht.

Die Frage des Geldes ist die interessantere. Die medizinische Fakultät der University of Minnesota erhält jährlich 15 Millionen Dollar an staatlichen Mitteln, bewilligt unter Gouverneur Tim Walz, zweckgebunden für "Forschungskapazität" und "nationale Sichtbarkeit". Wie viel davon tatsächlich beim Institut für Sexual and Gender Health ankommt, sagt die Universität ungern. Dessen Forschungsbudget insgesamt: 1,4 Millionen Dollar nach dem Jahresbericht 2025. Eine schmale Nische. Universitätsvertreter betonen, keine öffentlichen Mittel seien für die Kommerzialisierung von MyGender Dolls geflossen — was die Grundlagenforschung, aus der das Produkt hervorging, nicht von der Finanzierung entkoppelt.

Für die klinische Erprobung zahlte die Universität Familien 20 bis 60 Dollar, damit Kinder mit den Puppen spielten und in Gruppen über Geschlecht und Körper sprachen. Sechs Jahre Vorbereitung, dann der Schritt auf den Markt.

Und der Sprung ins Klassenzimmer? Hier verlassen wir den Boden der Fakten. Snopes hat nachgefragt — beim Hersteller, beim Bildungsministerium Minnesotas. Antwort steht aus. Die Behauptung, die Puppen würden ab Herbst in Schulen für Kinder ab vier Jahren eingesetzt, stammt nach Snopes-Recherche aus einem Bericht von The College Fix. Von dort wanderte sie zu New York Post, Fox News, The Telegraph, Daily Caller, Newsweek. In sozialen Medien verbreitete sie unter anderem Moms for Liberty — eine Gruppe, die das Southern Poverty Law Center als extremistisch einstuft. Der Vorwurf, die Puppen seien ein "Grooming-Werkzeug", kommt von Quentin Van Meter, Ex-Präsident der American College of Pediatricians, einer Organisation, die geschlechtsbejahende Medizin für Minderjährige grundsätzlich ablehnt. Van Meter argumentiert, Kinder unter zehn könnten Fantasie und Realität nicht trennen.

Die Kritik ist legitim. Die Behauptung, die Puppen landeten ohne Umwege auf den Schulbänken, ist es nicht. Snopes hat die Behauptung unrated gelassen — die Puppen existieren, ihre Verbreitung über den therapeutischen Markt hinaus nicht belegt. Ob Schulen bestellen, ob Eltern widersprechen können, ob gefragt wird — alles offen.

Was bleibt: Forschungsprojekt, Start-up, 15 Millionen jährlich an die Fakultät, 1,4 Millionen fürs Institut, ein Produkt ohne Preis, ein Hersteller ohne Antwort, ein Faktencheck, der das lauteste Bild nicht bestätigt. Ada Voss horcht weiter. Die Puppen sind aus Papier. Das Geld ist es nicht.

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