EPA FEIERT OMAHA-SANIERUNG ALS ERFOLG — DIE BÖDEN SIND WEITER GIFTIG
Omaha, Nebraska. Die Umweltbehörde EPA sprach dieser Tage von einem Erfolg. Man habe die Bleikontamination in den Wohngebieten der Stadt erfolgreich beseitigt, hieß es in einer Mitteilung, die den Weg durch die Pressestellen fand. Die Überschrift trug das Wort Erfolg in Großbuchstaben. Sie klang wie ein Abschluss.
Sie ist keiner.
Denn während die Behörde ihre eigenen Messungen präsentiert, die den Erfolg belegen sollen, zeigen unabhängige Tests ein anderes Bild. Die Flatwater Free Press und ProPublica haben Bodenproben genommen, und was sie fanden, passt nicht zur offiziellen Lesart. In zahlreichen Grundstücken — Grundstücken, auf denen Kinder spielen, auf denen Gemüse wächst, auf denen Familien ihr Leben verbringen — liegen die Bleikonzentrationen weiterhin über dem, was als sicher gilt. In einem besonders bemerkenswerten Fall wurde ein Grundstück zwar 2012 von der EPA saniert. Die Neubeprobung jedoch ergab: Die Bleiwerte sind höher als vor der Sanierung. Die Behörde hat dort eingegriffen, hat Geld bewegt, hat Personal geschickt — und das Ergebnis ist schlimmer als der Ausgangszustand.
Die EPA zitiert für ihre Bewertung eigene Standards, die bundesweit gelten. Es sind die Mindestwerte, die das Risiko regeln, nicht die Höchstwerte, die es bannen. Wer mit der Metrik der Behörde misst, bekommt das Ergebnis der Behörde. Das ist keine Fälschung. Es ist Methodik.
Die Lücke in der Argumentation der Behörde ist keine technische Spielerei. Blei ist ein Stoff, der sich im Körper nicht abbaut. Es lagert sich in Knochen ein, es reichert sich über Jahre an. Bei Kindern schädigt es die Entwicklung des Nervensystems, es senkt den Intelligenzquotienten, es verursacht Verhaltensstörungen. Es gibt keine sichere Dosis, nur Dosen, die weniger schaden als andere. Wer behauptet, ein Grundstück sei sauber, während die Konzentration darüber liegt, was als sicher für Wohnzwecke gilt, der verschiebt die Grenze, anstatt das Gift zu entfernen.
Die zentrale Frage, die bislang offen bleibt, ist eine Frage der Geografie. Welche Grundstücke wurden saniert, welche nicht? Welche Viertel kamen zuerst an die Reihe, welche blieben außen vor? Die Behörde spricht von Erfolg — aber Erfolg für wen? Die Bewohnerinnen und Bewohner jener Grundstücke, die weiter erhöhte Werte aufweisen, haben keinen Erfolg erfahren. Sie haben eine Pressemitteilung gelesen.
Da nur eine Quelle die beschriebene Diskrepanz dokumentiert, gilt: Jede Behauptung über das Ausmaß der Verteilung, über die Gesamtzahl betroffener Parzellen, über die Methodik der behördlichen Probenahme im Vergleich zu den unabhängigen Tests muss mit Vorsicht behandelt werden. Die Flatwater Free Press und ProPublica haben Bodenproben genommen und im Labor untersuchen lassen. Die EPA hat eigene Messungen vorgelegt. Warum diese auseinanderfallen, ist eine Frage, die bisher niemand öffentlich beantwortet hat.
Die Sache ist nicht einfach ein Missgeschick. Bleibelastung im Boden verschwindet nicht durch eine einzelne Sanierung. Bürgersteige, Zufahrten, Fundamente alter Häuser — das alles trägt zur Belastung bei. Was 2012 entfernt wurde, kann durch Staub, durch Abrieb, durch Grundwasserströmungen zurückkehren. Eine Sanierung, die nicht nachgeprüft wird, ist keine Sanierung. Sie ist eine Geste.
Die EPA hat sich bisher nicht zu den spezifischen Messwerten der unabhängigen Tests geäußert. Sie hält an ihrer Erfolgsbilanz fest. Die Bewohner von Omaha halten an ihren Gärten fest. Ob die beiden weiterhin dieselbe Fläche beschreiben, ist die Frage, über die berichtet werden muss.