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24. August 2026

Dossier · Digitales & Überwachung

Samsung antwortet Apple – Karte, Uhr, Hörer. Das Echo wird lauter

24. August 2026 — — Ada Voss, auf Sendung

Sieben Jahre. So lange hat Samsung gebraucht, um Apples Kreditkarte zu kopieren. Nun liegt die Galaxy Card auf dem Tisch – ausgestellt von Barclays, im Visa-Netz, ohne Jahresgebühr. Die Quittung für 5 Prozent Cashback auf Samsung-Einkäufe, 3 Prozent über Samsung Wallet, 2 Prozent auf Streaming, 1 Prozent auf alles andere. Klingt bekannt? Soll es auch.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Währenddessen wechselt Apple selbst gerade die Hausbank – die Apple Card geht von Goldman Sachs zu Chase, MasterCard statt Visa. Beide Karten sind Antworten auf dieselbe Frage: Wie bindet man Kunden an ein Ökosystem, ohne dass sie es merken?

Die Galaxy Card ist kein Produkt. Sie ist ein Symptom. Zwei Tage vor Samsungs zweitem Galaxy Unpacked des Jahres sickert die Nachricht durch. In London, vor geladenem Publikum, faltet sich das Unternehmen am 22. Juli neu: Z Fold 8 mit neuem, passähnlichem Format, Z Fold 8 Ultra mit kaum sichtbarer Falz, Z Flip 8. Alles größer, alles dünner, alles 'Ultra'. Der Snapdragon 8 Elite für Galaxy treibt die Geräte an, die Kameras lösen mit 50 Megapixeln auf, die Akkus halten 26 bis 27 Stunden Video durch.

Dazu die Galaxy Watch Ultra 2. Zwölf Prozent dünner als der Vorgänger, 800 Milliamperestunden Akku, 5.000 Nits Displayhelligkeit, Snapdragon Wear Elite. Samsungs Antwort auf die Apple Watch Ultra. Das Design ist groß, der Anspruch ist größer. Eine Uhr, die sich nicht versteckt.

Und dann die Galaxy H1 – Samsungs neue Kopfhörer, angeblich für 2027 in der Entwicklung. Währenddessen liegen die Galaxy Buds 3 Pro bei Best Buy für 139,99 Dollar im Regal. Der Konkurrent schläft nicht. Samsung schläft auch nicht. Es reagiert.

Reagiert. Das ist das entscheidende Wort. Samsungs Ökosystem liest sich wie eine Reaktion auf Apples Spielzüge. Galaxy Card gegen Apple Card. Galaxy Watch Ultra 2 gegen Apple Watch Ultra. Galaxy H1 gegen AirPods Max. Der südkoreanische Konzern baut kein System, das eigene Wege geht – er baut Spiegel.

Die Ironie: Während Samsung seine Gerätefamilie ausbaut, endet beim Samsung Galaxy S22 offiziell der Software-Support. Drittanbieter springen ein – LineageOS übernimmt. Samsungs eigenes Ökosystem lässt die Kunden früher fallen, als Apples es je täte. Wer ein S22 sein Eigen nennt, muss sich nach drei, vier Jahren eine neue Bleibe suchen – oder selbst zur Lötstation greifen. Fragmentierung ist der Preis für ein scheinbar breiteres Angebot.

Was genau steckt hinter der Galaxy Card? Auf den ersten Blick: nichts Revolutionäres. Die Boni ähneln dem, was jede zweite Bankkarte im Portemonnaie bietet. 5 Prozent hier, 1 Prozent da, ein bisschen VIP-Discount oben drauf. 200 Dollar Cashback, wenn man in den ersten 90 Tagen 2.000 Dollar umsetzt. Antrag ab 22. Juli. Die Karte funktioniert auch ohne Samsung-Gerät – aber wer ohne Phone zahlt, verliert die Kernvorteile. Wer das Handy wechselt, verliert sie auch.

So entsteht ein Gehege. Wer Samsung kauft, soll Samsung kaufen. Wer Samsung nutzt, soll Samsung nutzen. Eine Karte, die an die Wallet gebunden ist, ist eine Karte, die an den Hersteller gebunden ist. Barclays verwaltet nur das Konto. Samsung kontrolliert das Erlebnis.

Apple macht das nicht anders. Apple Mail funktioniert tadellos, lässt sich am iPad mit dem Stift bedienen wie ein Notizbuch – kleine Sache, große Wirkung. Die Apple Watch Ultra ist das Maß der Dinge, an dem Samsung misst. Das System ist geschlossen. Aber es funktioniert.

Am Ende steht die Frage nicht, wer die bessere Karte hat. Sie steht am Anfang: Wessen Hände führen das System – und wer zahlt den Preis dafür, darin zu leben?

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 1 von 3 Behauptungen belegt
  1. ZITAT The Galaxy Card Is Samsung’s Answer to the Apple Card

    „Samsung is following the iPhone maker's footsteps with the Galaxy Card“ — wörtlich im Quelltext belegt

  2. ZAHL $139.99 für Samsung Galaxy Buds 3 Pro

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  3. ZAHL Galaxy H1 potenzielle Veröffentlichung in 2027

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

Herangezogene Quellen

5 Quellen · 1 davon belegt · 3 externe Belege · 3 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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