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Terminal Tribune

29. August 2026

Dossier · Digitales & Überwachung

Vierzig Billionen Dollar — und das Wachstum als Allheilmittel?

29. August 2026 — — Ada Voss, auf Sendung

Die Drähte summen. Washington hat eine Zahl erreicht, die sich kaum noch aussprechen lässt: 40 Billionen Dollar. Dreizehn Stellen. Der Meilenstein wurde in der vergangenen Woche gerissen — gerade einmal fünf Monate, nachdem die 39-Billionen-Marke gefallen war. Die Schuld hat sich binnen eines Jahrzehnts verdoppelt.

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Treasury Secretary Scott Bessent steht vor dem Mikrofon und liefert die offizielle Lesart: Investitionen in Fabriken, in Ausrüstung. Amerika werde "sich aus dieser Schuldenlast herauswachsen". Eine Regierung, die das Bruttoinlandsprodukt beschwört wie ein Gebet.

Andere hören andere Frequenzen.

"Die USA haben keine Chance, ihr Schuldenproblem allein durch Wachstum zu lösen", sagt Alicia Garcia-Herrero, Chefökonomin Asien-Pazifik bei der französischen Investmentbank Natixis. Die nominalen Wachstumsraten der letzten Jahre waren hoch — angeheizt durch Inflation. Trotzdem wuchs die Schuldensäule weiter. Zehn Billionen Dollar allein seit 2022. Die öffentlichen Ausgaben blieben oben. Das ist kein Wachstum, das Schulden absorbiert. Das ist ein Turbolader mit Inflationsmantel.

Die Bruchlinie verläuft mitten durch die Zunft. Hier die Falken, die seit Jahren vor einer fiskalischen Krise warnen: zu viel Ausgabe, zu wenig Steueraufkommen. Dort die Tauben, die sagten: Solange das BIP schneller wächst als der Zinssatz auf die Schulden, lässt sich die Anleihe durchrollen. In den 2010er-Jahren funktionierte das. Die Zinsen waren niedrig, der Alarm gedämpft.

Jetzt kippen die Fronten.

Martha Gimbel, Exekutivdirektorin des Budget Lab an der Yale-Universität, sagt: Sie war keine Defizit-Falkin. Die Dynamik der 2010er erlaubte diese Haltung. Heute nicht mehr. Der durchschnittliche Zinssatz auf US-Staatsschulden lag 2021 bei etwa 1,5 Prozent. Aktuell liegt er bei rund 3,4 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Treasury-Anleihe hat sich seit 2021 mehr als verdoppelt.

Warum steigen die Zinsen? Die Fed und ihre Inflationsbekämpfung — ein Faktor. Die massiven Investitionen in künstliche Intelligenz und deren Kreditbedarf — ein weiterer. Und vermutlich auch die Defizitpanik selbst: Langfristige Treasurys werden von Investoren als riskanter eingestuft als früher. Sie verlangen mehr Geld dafür, Amerikas Schulden zu halten.

Parallel zeigt die Bundesregierung keine Neigung, an den zwei verbliebenen Hebeln zu ziehen: Ausgaben kürzen. Steuern erhöhen.

Jared Bernstein, ehemaliger Chef des Council of Economic Advisers unter Biden, schrieb kürzlich im Atlantic, er habe "von der Taube zum Falken gewechselt". Seine Begründung: politische Trägheit. "Keine Seite scheint besonders motiviert, irgendetwas zu unternehmen." Das ist keine Diagnose. Das ist ein Protokoll der Lähmung.

Die Rechnung bleibt offen. Washington sagt: Wachstum stopft das Loch. Garcia-Herrero sagt: Nein. Bernstein und Gimbel, einst Tauben, wechseln ins Lager der Skeptiker. Was bleibt, ist eine Wette mit unklarem Einsatz — und eine Währung, deren Werthaltigkeit niemand garantieren kann.

Die Verteidigungsausgaben steigen. Die Sozialprogramme steigen. Die Zinslast steigt. Die einzige Antwort darauf ist eine Prognose über Wachstumsraten, die in einer Zeit steigender Zinsen, politischer Stagnation und kreditheischender KI-Konzerne niemand mit Sicherheit liefern kann.

Vierzig Billionen. Eine Zahl, die das Begreifen übersteigt. Aber Zahlen lügen nicht. Versprechen schon.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 2 von 3 Behauptungen belegt
  1. ZAHL USA's national debt surpassed $40 trillion

    „which just surpassed US$40 trillion.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  2. ZAHL Debt has doubled in size from a decade ago

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  3. ZITAT Economists are skeptical that growth alone can solve the debt problem

    „some economists are sceptical that growth alone could absorb the country’s mountain of national debt“ — wörtlich im Quelltext belegt

Herangezogene Quellen

3 Quellen · 2 davon belegt · 4 externe Belege · 3 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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