preets Hungerkur und die Maschine, die sie füttert
Dubai, Ende August 2026. Auf den Drähten zwischen Mumbai, Dubai und den Bildschirmen von Millionen: Harmanpreet Kaur spricht von einer „Winning Culture", die Indien entwickelt habe. Was diese Kultur tatsächlich nährt, sagt sie nicht. Die Drähte verraten es.
Am Donnerstag trat die Kapitänin in Dubai vor die Presse, einen Tag vor Beginn des Women's T20 Asia Cup. Frisch vom historischen Sieg am Lord's: 270 Runs Vorsprung gegen England im ersten Frauenspiel, das je auf diesem Boden ausgetragen wurde. Die zweithöchste Siegesspanne in einem Women's Test für Indien, die vierthöchste insgesamt.
Sie sprach von einer Mannschaft, die in den vergangenen vier, fünf Jahren gelernt habe, „dominant zu spielen, große Teams zu schlagen, Serien zu gewinnen". Das Team habe „Erfolg gekostet" und sei entsprechend hungrig. „Jeder im Team spricht darüber, wie man Spiele gewinnt", sagte sie. „Wenn man diese Kultur hat, fühlt man sich motiviert."
Der Asia Cup, beginnend am 28. August in Dubai, bringt acht Teams zusammen: Indien, Pakistan, Sri Lanka als Titelverteidiger, Bangladesh, Gastgeber UAE, Thailand, Hong Kong China und Indonesien. Indien, siebenmaliger Rekordchampion, steht mit Pakistan in Gruppe A. Das Duell ist für den 5. September terminiert. Ob Harmanpreet der pakistanischen Kapitänin Fatima Sana die Hand reichen wird, ließ sie offen. Es sei ein Hochdruckspiel, sagte sie, man müsse damit umgehen. Äußere Faktoren, betonte sie, würden das Team nicht ablenken.
Die „Winning Culture" ist ein Wort, das Trainer und Sportjournalisten gern benutzen. Was darunter liegt, ist Ingenieurskunst.
Heutige Cricket-Vorbereitung ist zu wesentlichen Teilen eine Datenoperation. Leistungsdatenbanken erfassen jeden Wurf, jede Laufbewegung, jeden Erholungstag. KI-gestützte Videoanalyse zerlegt Spielzüge in Sekundenbruchteilen. Wearables an Handgelenk und Brust messen Belastungswerte, die früher dem Bauchgefühl der Spielerin überlassen waren. Aus dem Instinkt von einst wurde ein Speicher, der mitläuft.
Für die Männerteams der etablierten Cricket-Nationen ist das Standard. Für Frauenteams asiatischer Verbände bedeutet es Aufholjagd. Indiens Verband BCCI betreibt diese Aufholjagd mit sichtbarem Aufwand: Parallel zum Asia Cup benannte der Verband die A-Mannschaften für die Australien-A-Tour im September. Anushka Sharma führt die T20-Auswahl, Yastika Bhatia die One-Day- und Multi-Day-Teams. Spielerinnen wie Vrinda Dinesh, Tejal Hasabnis, Sayali Satghare, Shabnam Shakeel durchlaufen ein Kadersystem, das ohne Datenmanagement gar nicht mehr funktioniert. Drei T20, drei One-Days, ein Multi-Day-Match zwischen dem 12. September und dem 2. Oktober.
Big Data regelt auch die Außenseite. Algorithmen bestimmen, wann welches Material auf welchen Plattformen ausgespielt wird, welche Spielerin das Publikum bindet, welche Spielpaarung maximales Engagement erzeugt. Indien gegen Pakistan am 5. September ist Sport und Datensatz zugleich.
Jemimah Rodrigues fällt mit einer Hamstring-Verletzung für Asia Cup und Asienspiele aus. Eine prägende Figur des World-Cup-Siegs — und die Belastungs- und Aufstellungsrechnung muss nachjustiert werden.
Im Anschluss an den Asia Cup, im Vier-Tage-Turnaround, die Asienspiele in Japan. Indien ist dort Titelverteidigerin, hatte bei der Premiere in Hangzhou Gold geholt. Reiselogistik, Belastungssteuerung, Spielvorbereitung: alles im Voraus berechnet.
Harmanpreet sagt, die „Erfahrung aus vergangenen Spielen" werde dem Team helfen. Sie sagt nicht, dass hinter jeder dieser Erfahrungen inzwischen eine Datenbank steht, die festhält, was funktioniert.
Eine Telegraphistin von 1937, die heute zuhört, hört dieselbe Frequenz, nur auf einer anderen Welle. Die Drähte summen. Die Maschine läuft mit.
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