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Terminal Tribune

19. September 2026

Dossier · Digitales & Überwachung

Brooke Rollins auf Marlows Welle: Was die USDA wirklich dereguliert

19. September 2026 — — Ada Voss, auf Sendung

Eine Sendung. Eine Ministerin. Und ein Rind, das nicht vom Tisch will.

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US-Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins hat am Mittwoch das Mikrofon von Alex Marlow auf Salem Radio bespielt. Was sie dort von sich gab, fügt sich zu einem Bild, das mehr verrät, als die einzelnen Sätze vermuten lassen. Es geht um Gullydeckel, um Sozialhilfe, um Rinder. Und es geht um die Frage, wer in dieser Sendung welche Frequenz bedient.

Das Stück, das den Auftritt zusammenhält, ist das Rind.

Zunächst jedoch SNAP – das Supplemental Nutrition Assistance Program, im Land besser bekannt als Food Stamps. Rollins' Botschaft: Die Vorgängerregierung habe das Programm „um 40 Prozent" ausgeweitet, ohne Arbeitswilligkeit oder Einkommen zu prüfen. Menschen seien mit „Lexus und Range Rover" gefahren, während andere hungerten. Sie habe jedem Gouverneur einen Brief geschrieben, alle republikanisch regierten Staaten seien mitgezogen, „ein paar blaue" ebenso. Das Team, das einst die USDA-Belegschaft um rund 20 000 Stellen verkleinern sollte, habe sie auf SNAP angesetzt. Das Ergebnis: „Wir haben fast 6 Millionen Menschen in anderthalb Jahren von SNAP geholt. Von 43, 44 Millionen auf etwas über 35, 36 Millionen."

Eine beeindruckende Zahl. Wer sie nachprüfen will, stößt auf das übliche Problem solcher Sendungen: Sie kommt aus einem Mund, in einer Sendung, ohne unabhängige Bestätigung. Der Hinweis auf „250 000 Menschen, die in einem einzigen Bundesstaat die Sozialversicherungsnummer von Verstorbenen nutzen", bleibt unbelegt. Welcher Bundesstaat, welches Verfahren – Rollins sagt es nicht. Wer kritisch filtert, sollte sich diese Zahl merken, bis ein Faktenprüfer sie gegengezeichnet hat.

Dann der Gullydeckel.

„Sie wollten einen Gullydeckel oder einen Wassergraben regulieren", sagt Rollins. „Und wenn Sie nicht taten, was sie wollten, gingen Sie ins Gefängnis." Sie nennt es „existentiell". Wer „sie" ist, welche Behörde, welche Verordnung – Rollins lässt es im Nebel. Was bleibt, ist der autoritative Hauch: Washington kommt mit dem Gefängnis, auch beim Straßenbau.

Mitten in diese Themen eingewoben: das Rind. Es sitzt fest.

Rollins spricht über den „niedrigsten Rinderbestand seit 75 Jahren" und Amerikaner, die „mehr Rindfleisch essen als je zuvor". 13 Millionen Tonnen im Jahr, davon zwei bis drei Millionen importiert – meist mageres Hackfleisch. Präsident Trump habe die Zollquote für 300 000 Tonnen importiertes Hackfleisch für 90 Tage ausgesetzt – gegen Kritik aus rancher-freundlichen republikanischen Reihen. „Der Präsident hat sehr stark gespürt, dass das den Preis für ein Pfund Hackfleisch deutlich senken kann", so Rollins. Das Pfund liege derzeit bei rund 6,50 Dollar. „Wenn es nicht funktioniert, hat er bereits gesagt, dass er die Anordnung wieder aufhebt."

Für die langfristige Lösung verweist Rollins auf ihre Programme: Das USDA hatte im Oktober 2025 den „Plan to Fortify the American Beef Industry" vorgestellt, gemeinsam mit dem Innen- und Gesundheitsministerium. Am 31. August 2026 folgten die „Ranchers First Initiatives" zum Wiederaufbau der Herde. Ganzheitlich, so das Ministerium. Mehr Sicherheit für die Rancher. Branchenmedien wie Drovers berichten zudem über Trumps Vorstoß, die Fleischverarbeitung zu deregulieren – ein Schritt, der „Schockwellen durch die Rinderindustrie" geschickt habe.

Hier liegt das Muster.

Wer die drei Themen – SNAP, Gullydeckel, Rindfleisch – nebeneinanderlegt, sieht einen Sender, der mit verschiedenen Frequenzen spielt. SNAP: sparen, kontrollieren, Missbrauch jagen. Gullydeckel: Überregulation anprangern, den Regulator als Schreckgespenst zeichnen. Rindfleisch: Deregulierung und Freihandel dort, wo er nützt, Förderung dort, wo die eigene Klientel sitzt.

Wer profitiert, wenn 300 000 Tonnen Hackfleisch zollfrei auf den amerikanischen Markt drücken? Die Verbraucher – sagt Rollins. Die Discounter, die großen Ketten. Wer verliert? Die amerikanischen Rancher, die seit Jahren auf Schutz hoffen und nun zusehen, wie ihr Präsident genau das aufweicht, was ihnen Trump im Wahlkampf versprochen hatte. Wer zahlt den politischen Preis, falls die Kritik aus den eigenen Reihen lauter wird? Rollins selbst – oder der Präsident.

Festgehalten sei auch dies: Die Sendung, in der diese Worte fielen, ist „The Alex Marlow Show" auf Salem Radio, produziert von Breitbart. Wer hier spricht, spricht zu einem Publikum, das bereits weiß, was es hören will. Das entwertet die Aussagen nicht. Es erklärt, warum sie so klingen, wie sie klingen.

Frauen wie Brooke Rollins haben in Sendungen wie dieser selten das Wort. Sie hat es trotzdem genommen. Wer zuhört, sollte prüfen, was dahinter liegt.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 3 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZAHL Die Reduzierung der Unterstützung für die Nahrungsmittelversorgung um 6 Millionen Personen oder Beträge

    „We have now, Alex, moved almost 6 million people off of SNAP in just a year and a half,“ — wörtlich im Quelltext belegt

  2. ZITAT USDA's Rollins diskutiert Deregulierungsbemühungen der Trump-Administration zur Stärkung der Rinderindustrie

    die vorgeschlagene Belegstelle steht so NICHT im Quelltext und wurde deshalb verworfen; das ist eine Aussage ueber den Vorschlag, nicht ueber die Quellenlage

    vorgeschlagene Belegstelle verworfen, weil so nicht im Quelltext: „Addressing President Donald Trump’s August announcement that the U.S. would lift tariffs on 300,000 metric tons of imported ground beef for 90 days“

  3. ZITAT Rollins adressierte Bedenken bezüglich importierten Rindfleisch und die Senkung der Preise

    „his decision to import to lift the TRQ — the tariff rate quota — off of about 300,000 metric tons of that three million that we already import, he felt very strongly that that could significantly decrease the cost of a pound of ground beef, which is hovering around $6.50 right now.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  4. ZITAT Der US-Konsum von Rindfleisch steigt unter der Trump-Verwaltung an

    „We have the lowest cattle herd in 75 years, people are eating more beef than ever before.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  5. ZITAT Rollins erörterte die Regulierung von Schlaglöchern oder Wassergräben

    die vorgeschlagene Belegstelle steht so NICHT im Quelltext und wurde deshalb verworfen; das ist eine Aussage ueber den Vorschlag, nicht ueber die Quellenlage

    vorgeschlagene Belegstelle verworfen, weil so nicht im Quelltext: „They were going to regulate a pothole or a ditch of water.“

Herangezogene Quellen

5 Quellen · 3 davon belegt · 4 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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