Whitsett nennt Sozialisten-Flügel rassistischer als den KKK
Michigan. Die demokratische Abgeordnete Karen Whitsett aus Michigan greift den linken Flügel ihrer eigenen Partei mit einer drastischen Formulierung an. Die „sozialistische Bewegung" der Demokraten sei „rassistischer als der KKK". Die Worte fallen im Vorwahlkampf um einen Sitz im US-Senat, in dem der Progressive Abdulrahman Mohamed El-Sayed die Nominierung der Demokraten anstrebt.
Whitsett sprach mit Fox News Digital. „Es ändert sich nicht", sagte sie, „es sind nur andere Sklavenhalter." Damit meinte sie demokratische Parteiführer, die schwarze Wähler als Monolith behandelten, der nur links stehende Kandidaten unterstützen solle. Whitsett sagte weiter, El-Sayed arbeite nicht im Interesse schwarzer Bürger Michigans. Den weit links stehenden, sozialistischen Flügel ihrer Partei bezeichnete sie als „rassistischer als den KKK".
Konkret nannte sie den Aktivisten Al Sharpton und den Detroiter Pastor Horace Sheffield III, einen Wahlkampfhelfer El-Sayeds. Beide würden das „Knie auf dem Nacken" schwarzer Wähler halten. Whitsett sprach zudem von einem „Erwachen" in der schwarzen Gemeinschaft und formulierte eine rhetorische Frage: „Versuchen Sie, der schwarzen Gemeinschaft zu helfen, oder versuchen Sie, sie zu töten? Ist das Wähleraufklärung, oder versuchen Sie nur sicherzustellen, dass Sie Ihre Sklaven auf der Plantage zählen?"
El-Sayeds Kampagnenteam reagierte bis zum Erscheinen der Berichte nicht auf Anfragen. El-Sayed, Sohn ägyptischer Einwanderer und ehemaliger Professor für öffentliche Gesundheit an der Columbia University, könnte bei einem Sieg der erste muslimische Senator der Vereinigten Staaten werden. Er tritt gegen den früheren Kongressabgeordneten Mike Rogers an.
In seinem Wahlkampf hat der Kandidat wiederholt auf unbezahlte Schulden der Gesellschaft gegenüber schwarzen Gemeinschaften hingewiesen — ein Punkt, der im Kontrast zu Whitsetts Vorwurf steht. Berichten zufolge ist Vizepräsidentin Kamala Harris in Michigan gemeinsam mit El-Sayed aufgetreten. Diese Auftritte sind in den vorliegenden Quellen allerdings nicht im Detail dokumentiert.
Die Quelle der Vorwürfe liegt im rechten Medienspektrum: Fox News Digital veröffentlichte das Interview zuerst, Breitbart, die New York Post und weitere Plattformen übernahmen die Aussagen. Whitsetts Amtszeit im Michigan-Parlament endet zum Jahresende; sie plant ihren Rückzug aus der Politik.
Parallel veröffentlichte die New York Post einen Bericht über El-Sayeds Umgang mit dem 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001. El-Sayed hielt bei einer Wahlkampfveranstaltung eine Schweigeminute ab und veröffentlichte ein 91-sekündiges Video, in dem er die Anschläge als „grausamen Terrorakt" und den „Mord an unschuldigen Zivilisten" verurteilte.
„Wir erinnern uns alle daran, wo wir waren, als die Zwillingstürme getroffen wurden", sagte El-Sayed. Er erinnerte daran, wie er im Chemieunterricht einer Highschool in den Vororten Detroits sah, wie das zweite entführte Flugzeug den Südturm traf. „Dieser grausame Terrorakt kostete mehr als 3.000 Kindern, Frauen und Männern das Leben, darunter mutige Ersthelfer, die in den Schutt rannten, um Leben zu retten."
„Sie haben nicht nur Amerika an diesem Tag angegriffen", sagte El-Sayed weiter, „sie haben die Idee Amerikas angegriffen." In der Vergangenheit hatte El-Sayed den 11. September auch genutzt, um muslimische Zivilisten zu betrauern, die bei den anschließenden US-Militäroperationen im Nahen Osten ums Leben kamen. Diesmal habe er sich „in traditionellerer Weise" geäußert, so die Post.
Die ursprüngliche Quelle des KKK-Vergleichs ist damit eindeutig Whitsett. Die Formulierung wurde anschließend von rechten Medien aufgegriffen und verbreitet. Welche Wirkung dies auf den weiteren Wahlkampf haben wird, bleibt abzuwarten.
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