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1. Oktober 2026

Dossier · Migration & Asyl

Der Stuhl, die Stimme, und die Hand die sich danach reckt

1. Oktober 2026 — — M. Silber

In Schwerin steht ein Stuhl, der noch nie so umkämpft war. Der Präsidentenstuhl des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern. Die AfD, frisch gestärkt durch den Wahlsieg, reckt die Hand danach. Die stärkste Fraktion, so die Logik der Rechten, habe das erste Wort. So steht es in keinem Gesetz, aber in den Köpfen vieler Wähler.

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SPD, Linke und Grüne weisen die Forderung zurück. Sie sprechen von parlamentarischen Gepflogenheiten, von Verantwortung, von einer Brandmauer gegen rechts. Die neue AfD-Fraktion sei mit ihrem Anspruch vorerst gescheitert, heißt es aus Schwerin. Man werde den Posten nicht einer Partei zuschanzen, deren Fraktionschef Schult nach eigener Lesart den Landtag leiten soll.

Die Weigerung hat ein Preisschild zu tragen. Denn während SPD und Grüne in Mecklenburg-Vorpommern die Tür zuhalten, loben dieselben Parteien den CDU-Mannern Wolfgang Wadephul für eine Begegnung, die näher sitzt: zwanzig Minuten mit Sergej Lawrow am Rand der Uno-Generaldebatte in New York. Die SPD nennt es einen konstruktiven Beitrag, den man als Koalitionspartner begleite. Die Grünen nennen es richtig, auch wenn keine Annäherung zu beobachten gewesen sei. Unterschiedliche Gründe, gleicher Applaus.

Linke, SPD und Grüne planen ein Gemeinsames Vorgespräch in Berlin. Drei Buchstaben, drei Linien, ein Versuch, die Risse zu kitten bevor sie sich weiten. Was genau dort besprochen werden soll, bleibt offen. Die AfD nicht mit ins Boot zu holen, ist das eine. Die Frage, wie weit die eigene Hand reicht, das andere.

Die SPD weist die Forderung zurück, das Amt des Bundeskanzlers vom Amt des Parteivorsitzenden zu trennen. Man könne beides verbinden, heißt es, man habe es immer verbunden, man werde es weiter verbinden. Gleichzeitig verwehrt dieselbe SPD der AfD den Präsidentenstuhl in Schwerin. Zwei Türen, zwei Richtungen, ein Flur.

Die Grünen und die Linke befürworten ein Verbot des sogenannten Remigrations-Instituts von Martin Sellner. Ein Rechtsextremist plant den Umbau der Republik im Geheimen, und die beiden Parteien ziehen die Notbremse. Ob die Notbremse hält, wird sich zeigen. Ob die Institution selbst nur ein Sammelsurium ist, ebenfalls.

Wer zuhört, hört genau die, die schweigen.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 1 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZITAT AfD reklamiert den Posten des Landtagspräsidenten in Mecklenburg-Vorpommern

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZITAT SPD, Linke und Grüne weisen die AfD-Forderung zurück

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  3. ZITAT SPD und Grüne loben Wadepuhl für das Treffen mit Sergej Lawrow

    die vorgeschlagene Belegstelle steht so NICHT im Quelltext und wurde deshalb verworfen; das ist eine Aussage ueber den Vorschlag, nicht ueber die Quellenlage

    vorgeschlagene Belegstelle verworfen, weil so nicht im Quelltext: „Politiker von SPD und Grünen haben positiv auf das Treffen von Außenminister Johann Wadephul (CDU) mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow reagiert.“

  4. ZITAT Linke, SPD und Grüne planen ein „Gemeinsames Vorgespräch“ in Berlin

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  5. ZITAT Lars Klingbeil weist Forderung nach Trennung von Parteiamt und Regierung zurück

    im Titel der Quelle gefunden

Herangezogene Quellen

  • 3 weitere Quellen waren beim Schreiben nicht abrufbar

5 Quellen · 1 davon belegt · 3 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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