DRAHT DURCHGESCHNITTEN: TRUMP SCHREIBT DIE MASCHINE NEU
Vereinte Nationen, 22. September 2026. Die Frequenz ist neu, das Rauschen ist alt. Präsident Donald Trump hat heute vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen verkündet, was in Washington seit Tagen auf den Drähten lag: Künstliche Intelligenz heißt ab sofort "Super Intelligence". In offiziellen Dokumenten der Vereinigten Staaten. Hört zu — das ist keine Marketingnotiz. Das ist Hoheitsakt.
Trump sagte, das Wort "artificial" mache die Sache "fake". Sie sei aber nicht fake, sie sei "amazing". Also weg damit. Die neue Bezeichnung laute "super" statt "artificial". "Willkommen in der neuen Welt der Super Intelligence", sagte er. Abgekürzt S I. Dann, mit dem Achselzucken eines Mannes, der schon einen Golf umbenannt hat: "Mal sehen, ob ich Macht habe. Vielleicht habe ich sie, vielleicht nicht. Das finden wir bald heraus."
Der zweite Satz ist der eigentliche. Die Vereinigten Staaten, sagte Trump, "lehnen jeden Versuch eines globalistischen Schemas zur Kontrolle der künstlichen Intelligenz total ab". Trump wies globale Kontrollbemühungen über Super Intelligence zurück. Gleichzeitig werde man die Technologie "rein in" — also zügeln — "wenn nötig". Das Department of Justice sei bereits "sehr mächtig" in dieser Sache eingesetzt worden. Übersetzung: Washington will selbst zügeln. Niemand sonst soll mitzügeln haben.
"Wer Super Intelligence gewinnt, gewinnt", sagte Trump weiter. "Das ist die Gruppe, die gewinnt. Und wir führen jetzt — über China, mit Abstand, und über alle anderen. Und das bleibt so." Trump betonte die Bedeutung der US-Führung im Rennen um die Super Intelligence. Er werde das Wachstum einer Sache, die "größer als die industrielle Revolution" sei, "vielleicht größer als das Internet", nicht abwürgen.
Trump hatte am Wochenende auf Truth Social zur Wahl gestellt: "Superior Intelligence", "Extreme Intelligence" oder "Supreme Intelligence". Die Umfrage fiel offenbar zugunsten von "Super" aus. Eine Namensänderung per Truth-Social-Umfrage. So wird heute Hoheit ausgeübt.
Die Gegenfrequenz kommt aus dem Kongress und aus den Chefetagen der Tech-Häuser. Mitglieder des Kongresses und Top-Manager der KI-Branche — darunter Dario Amodei, Chef von Anthropic — fordern staatliche Eingriffe, um das Innovationstempo zu verlangsamen. Sie sehen KI als Bedrohung. Trump hat darauf eine neue "AI Force" angekündigt und einen KI-"Zaren" ernannt. Kein Bremspedal, sondern ein Gaspedal mit Aufpasser.
Kabinettsmitglieder haben die Warnungen des Präsidenten vor belastenden Regulierungen, die KI-Innovationen ersticken, wiederholt. Quelle A sagt also: KI ist wunderbar, regelt sich selbst, soll laufen. Quelle B sagt: KI ist gefährlich, braucht Leitplanken, braucht Pause. Beide haben ihre Mikrofone. UN-Generalsekretär António Guterres hatte in den Wochen zuvor vor den Risiken unkontrollierter KI gewarnt — das ist die globale Sicherheitswarnung, die Trump mit dem Klimawandel in einen Topf wirft. "Die gleiche Truppe", sagt er. "Russland, Russland, Russland. Ukraine, Ukraine, Ukraine. Klimawandel. Offene Grenzen."
Was bleibt? Faktisch: Die USA benennen eine Schlüsseltechnologie um, exklusiv, in eigenen Dokumenten, und lehnen gleichzeitig jede Form internationaler Regulierung ab. Treasury Secretary Scott Bessent schlug am Sonntag immerhin eine Art "Hotline" zwischen Staaten vor für den Fall, dass die Maschine gefährlich wird. Ein Telefondraht zwischen Regierungen. Mehr nicht.
Die Drähte summen weiter. Ich bleibe dran.
❖ Ende des Artikels ❖
