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12. Oktober 2026

Dossier · Digitales & Überwachung

Flammen über der Karibik — Urlauber als Zeugen

12. Oktober 2026 — — Ada Voss, auf Sendung

Starship heißt der Gigant. Gebaut von einer Privatfirma namens SpaceX, größer als jede Rakete zuvor. Beim siebten Testflug zerbrach das Ungetüm am Himmel über der Karibik. Was herunterkam, filmten Passagiere von Kreuzfahrtschiffen, Touristen auf Inseln, Piloten im Cockpit. Die Maschinen wichen aus. Das Netz war voll von Flammen und glühendem Schrott.

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Zwei Wochen nach dem Vorfall lieferte SpaceX der Luftfahrtbehörde FAA den vorgeschriebenen Bericht. Eine Rechercheplattform namens ProPublica hat das Dokument über das Informationsfreiheitsgesetz erhalten und ausgewertet. Es enthält Karten mit den Aufnahmeorten, Zeitangaben, Rekonstruktionen der Flugbahn. Bei Minute eins, Sekunde zweiundvierzig, so hält der Bericht fest, zog die Trümmerwolke hinter einem Kreuzfahrtschiff vorbei. Videos von Disney- und Royal-Caribbean-Schiffen, von einem Club-Med-Resort — Amateuraufnahmen, die der Firma halfen, die Fallrichtung des Schrotts zu berechnen und die Brocken am Boden zu zählen.

So ein Bericht ist Pflicht. Bundesrecht verlangt ihn in den Tagen nach einem Fehlstart. Er beschreibt, was geschah und wo gefährliche Trümmer landeten. Grundlage für die FAA, die Luftkorridore freihalten muss in einer Zeit, da die kommerzielle Raumfahrt wächst — Mond und Mars als Ziele, immer mehr Starts, immer mehr Schrott am Himmel, immer mehr Flugzeuge, die ausweichen müssen.

Während der Starts sperrt die FAA den Luftraum vorsorglich. Nach Fehlflügen muss sie Gebiete schnell wieder freigeben. Beides wird zur Routine, weil die Starts zur Routine werden.

Die Vorfälle wiederholen sich. Flug sieben ging zu Bruch. Flug acht ebenfalls. Beide Male regnete es Metall über den Routen der Linienflieger über der Karibik. Vor dem nächsten Start, Flug neun, weitete die FAA die Sperrzonen am Himmel beinahe um das Doppelte aus. Die Zonen definiert die Behörde aus Daten der Firma und aus Fallmodellen der Space Force, des Weltraumzweigs des amerikanischen Militärs.

Moriba Jah, Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der University of Texas in Austin, ordnet die Zahlen ein. Eine solche Ausweitung der Sperrzonen „ergibt nur Sinn, wenn der vorherige Sicherheitsabstand als unzureichend eingestuft wurde — nicht nur als Pech.“ Die FAA selbst hat in diesem Jahr gewarnt: Raketenstarts könnten die Flugsicherheit „erheblich verringern“. ProPublica hatte zuvor berichtet, dass einundzwanzig Verkehrsflugzeuge nach der Explosion von Flug sieben plötzlich abdrehten, um die Notfall-Sperrzone zu verlassen.

SpaceX plant den Ausbau. Bis zu sechsundsiebzig Starts im Jahr, allein von Cape Canaveral in Florida. Die FAA muss die Luftraumregeln mitziehen, will sie den Verkehr nicht strangulieren. Was hier entsteht, ist eine neue Industrie — Raketen, die den Himmel als Testfeld nehmen, und Passagiere auf Sonnendecks, deren Kameras mitschreiben, was die eigenen Sensoren der Firma nicht erfassen. Die Firma baut die größte Rakete der Welt. Die Belege für ihre Fehler liefern die Handykameras der Urlauber.

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