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13. Oktober 2026

Dossier · Digitales & Überwachung

WELLNESS MIT NEBENWIRKUNG: DUWAJIS RÜCKZUGSORT UND ISRAELS FEINDE

13. Oktober 2026 — — Ada Voss, auf Sendung

New York. Die Drähte summen, und was sie tragen, riecht nach Pulverdampf. Rama Duwaji, erste Dame der Stadt seit Januar dieses Jahres, saß als „Künstlerin in Residenz" auf einem portugiesischen Schloss und übte arabische Kalligrafie. Die Veranstalter des Wellness-Retreats riefen zur selben Zeit in sozialen Netzwerken zur Vernichtung Israels auf. Zwei Frequenzen, ein einziger Kanal. Wer hier zuhört, hört den Widerspruch deutlich.

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Das Women Sanctuary nennt sich die Veranstaltung, und der Name klingt nach Heilung. Gehalten wurde in einem portugiesischen Schloss, das nach Luxus klingt und nach Klosterluft riecht. In den vergangenen Tagen wurde das Retreat zum Störsender. Organisatoren veröffentlichten Beiträge auf Instagram, X und Telegramm, die das Existenzrecht Israels bestritten und „Palästina" von seinen „Unterdrückern" gereinigt sehen wollten. Was darauf stand, war kein Heiltrank. Es war Aufruf in Buchstaben, Krieg ohne Schusswechsel, getragen bis in die Wohnzimmer der Leser.

Duwaji ist keine Unbekannte in diesem Sprechfunk. Geboren am 30. Juni 1997 in Houston, aufgewachsen mit syrischen Wurzeln, ausgebildet als Animatorin, Illustratorin und Keramikerin. Sie nennt sich „syrische Illustratorin und Animatorin", obwohl sie in Texas das Licht der Welt erblickte. Seit Januar 2026 steht ihr Ehemann Zohran Mamdani als Bürgermeister im Rathaus von New York, der jüngste an der Spitze, der lauteste in den Mikrofonen. Er ist jener Mann, der öffentlich gegen Antisemitismus kämpft und dessen Frau auf einer Veranstaltung sitzt, deren Programm nach Auslöschung schmeckt. Die Reporterin fragt sich beim Blick auf die Einladung: liest er keine Programme?

Die Widersprüche in den Quellen sind deutlich hörbar. Die einen schreiben von radikalem Inhalt, die anderen von einem ganz normalen Retreat mit Meditation und Malerei. Beides kann nebeneinanderstehen, weil „normal" eine dehnbare Größe ist. Wer morgens „Zerstörung" tippt und nachmittags „Wellness" darüber druckt, betreibt keine Heilkunde, sondern Verpackungskunst. Dass beides gleichzeitig gelten darf, ist die Neuigkeit dieses alten Geschäfts.

Daneben schreibt die Konkurrenz über Mamdani und seine Haltung zum Wohnungsmarkt. Chaotisch nennt man seinen Ansatz, und die Kritik füllt ganze Seiten. Hier jedoch geht es nicht um Mieten oder Mietendeckel, sondern um Worte, die in sozialen Netzwerken stehen und dort bleiben. Sie kosten nichts zu schreiben und alles, wenn sie ernst gemeint werden. Was die verschiedenen Redaktionen hervorheben, ist aufschlussreich: manche schreiben über den Bürgermeister und seine angeblichen antisemitischen Verstrickungen, andere über die Frau und ihre radikalen Kontakte. Beide Stränge laufen, nur reden sie selten im selben Takt.

Mamdani kämpft, so sagen seine Unterstützer, gegen Antisemitismus. Das steht in seinen Reden. Dann steht die Frage im Raum, warum seine Frau auf einem Schloss sitzt, dessen Organisatoren Israel von der Landkarte wischen wollen. Die eine Leitung sendet auf „Aussöhnung", die andere auf „Befreiung durch Vernichtung". Beide liegen im Äther, und wer die Frequenz wechselt, hört beide.

Die Sache hat zwei Enden, und beide sind heiß. Die Organisatoren müssen sich fragen lassen, was „Wellness" bedeutet, wenn ihre Beiträge nach Krieg und Säuberung rufen. Duwaji muss erklären, was sie dort suchte außer Licht, Leinwand und Pinsel. Mamdani muss entscheiden, ob er auf einer oder auf zwei Frequenzen spricht, und ob sein Kampf gegen Antisemitismus die Adresse des portugiesischen Schlosses einschließt.

Mein Büro riecht nach Lötzinn und kaltem Kaffee. Die Drähte summen weiter, und der Empfänger ist offen. Was ich höre, ist kein gewöhnliches Retreat. Es ist eine alte Melodie, eingespielt in neue Buchstaben. Sie kommt aus den Dreißigern dieses Jahrhunderts, und sie trägt den vertrauten Ton: erst die Worte, dann die Taten, dann die Nachrichten. Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie rezitiert ihre alten Texte mit Vorliebe.

Ich übersetze weiter.

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