Börse 1937

Donnerstag, 19. März 2026

Die Lage
✦   Die Woche der Menschen — das Wetter des Kosmos   ✦

Die Lage — Samstag, 12. September 2026

Die Woche, die war

Lagebild der Woche

Auffällig gegen die eigene Landeshistorie

LandRolleBefundBewegung
PalauBewegungkein Signal+6,6
SingaporeBewegungkein Signal+6,6
GuyanaBewegungkein Signal+5,2
OesterreichBewegungkein Signal+4,4
PalestineBewegungkein Signal+4,4
KuwaitBewegungkein Signal+3,8

Manchmal ist die Stille das Einzige, was man mit Gewissheit melden kann. Die Zahlen liegen vor uns, und sie zeigen keine Ausschläge, die die geprüften Schwellenwerte überschreiten. Es gibt keine Signale, die über das gewohnte Rauschen hinausgehen.

Einige Beobachtungen sind dennoch vorhanden, auch wenn sie noch nicht als statistisch belastbar gelten. In Palau, Singapur und Guyana zeigt sich eine Bewegung bei der Konflikt-Aktivität, die gegenüber dem eigenen Normalniveau des jeweiligen Landes ungewöhnlich viel Familien umfasst; diese Werte sind im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Ein ähnliches Bild zeichnet sich in Österreich, Palästina und Katar ab, wo die Konflikt-Aktivität ebenfalls gegenüber dem eigenen Normalniveau des Landes ungewöhnlich viel Familien umfasst und sich gegenüber der Vorwoche erhöht hat.

— Kim Benet, Sigil & Shadow

Der Tag und was kommt

Was feststeht — berechnet, unumstößlich

DatumEreignis
14. SeptemberErdnahe Annäherung (2010 FX9) (3,592,430 km)
26. SeptemberVollmond
7. OktoberMerkur–Venus Konjunktion (Orb 0.00°)
10. OktoberNeumond

Dazu 18 Planetenstellungen im Zeitraum — reine Geometrie, von uns nicht gedeutet.

Was kommt — gemessener Ist-Zustand, noch keine Vorhersage

GrößezuletztWochenmittelTendenz
Geomagnetische Aktivität (Kp)1,0 Kp2,34 Kpfallend
Solarfluss F10.7110,0 sfu110,71 sfuunverändert
Dst-Sturmindex-10,0 nT-9,98 nTunverändert
Sonnenwindgeschwindigkeit415,69 km/s419,75 km/sunverändert
IMF Bz (Nord-Süd-Komponente)6,16 nT-0,52 nTsteigend

Was wir zählen — Erdbeben der letzten 7 Tage, weltweit ab M4.5

KlassegezähltüblichEinordnung
M4.5–5.045110unter dem Üblichen
M5.0–6.03033unauffällig
M6.0–7.012,3unauffällig
M7.0 und darüber00,3unter dem Üblichen
StärkeDatumOrtTiefe
M6,611. September115 km NNE of Teluknaga, Indonesia358,6 km
M5,911. September253 km ENE of Lospalos, Timor Leste111,8 km
M5,65. September96 km ESE of Isangel, Vanuatu10,0 km
M5,66. September93 km SE of Kirakira, Solomon Islands38,5 km
M5,55. September157 km E of Kokopo, Papua New Guinea114,4 km

Übrige feste Erde

QuelleBefundStand
Tsunami-Meldungenkeine im Zeitraumzuletzt 17. Juli 2026
Eruptionsbeginnekeine im Zeitraumzuletzt 28. Dezember 2025

Vulkan- und Tsunamimeldungen stammen aus archivarischen Quellen (Smithsonian GVP, NOAA NCEI) und laufen mit Wochen bis Monaten Verzug ein. Dass hier nichts steht, heißt: uns liegt nichts vor — nicht, dass nichts geschehen ist.

Am 14. September passierte 2010 FX9 mit einem Durchmesser von rund 92 m die Erde in einer Entfernung von 3,592,430 km – ein Vorbeiflug, der keine Nachricht war, weil er über 5 Mio. km lag. Am 26. September stand der Vollmond, exakt berechnet, am Himmel. Am 7. Oktober trafen Merkur und Venus in einer Orbitallage von 0,00° zusammen, rein geometrisch, ohne Bedeutung. Am 10. Oktober folgte der Neumond, wieder exakt berechnet. In den Tagen davor und danach ordneten sich 18 Planeten in ihren Bahnen – Geometrie ohne Deutung, 32 erdnahe Objekte blieben weiter entfernt, 5 Mio. km entfernt ist kein Vorbeiflug wert.

Gemessen wurde der aktuelle Zustand des Weltraumwetters: Die geomagnetische Aktivität (Kp) lag zuletzt bei 1,0, das Wochenmittel bei 2,34, mit fallender Tendenz. Der Solarstrom F10.7 betrug 110,0 sfu, das Wochenmittel 110,71 sfu, unverändert. Der Dst-Sturmindex lag bei -10,0 nT, das Wochenmittel bei -9,98 nT, unverändert. Der Solarwind erreichte 415,69 km/s, das Wochenmittel 419,75 km/s, unverändert. Die IMF Bz-Komponente lag zuletzt bei 6,16 nT, das Wochenmittel bei -0,52 nT, mit steigender Tendenz. Eine Vorhersage ist noch nicht Teil dieses Berichts – das sind Messwerte, keine Prognose.

In den letzten sieben Tagen wurden weltweit 45 Erdbeben der Stärke M4.5–5.0 registriert, während üblicherweise rund 110 vorkommen – deutlich unter dem Üblichen. Ebenfalls auffällig: Kein einziges Beben der Stärke M7.0 oder darüber, obwohl rund 0,3 normalerweise zu erwarten wären. Die stärksten Ereignisse waren ein M6,6 am 11. September 115 km NNE of Teluknaga, Indonesien, 358,6 km tief mit PAGER-Status green, und ein M5,9 am selben Tag 253 km ENE of Lospalos, Timor Leste, 111,8 km tief, ebenfalls green. Ein M5,6 am 5. September traf 96 km ESE of Isangel, Vanuatu, 10,0 km tief, green; ein weiteres M5,6 am 6. September, 93 km SE of Kirakira, 38,5 km tief, green. Ein M5,5 am 5. September, 157 km E of Kokopo, 114,4 km tief, green. Tsunami-Meldungen gab es keine, der letzte Eintrag stammt vom 17. Juli. Erruptionsbeginn ebenfalls nicht im Zeitraum, letzter Eintrag 28. Dezember 2025. Die Nachbebenrate bleibt stabil, die Zahlen stehen so in der Akte. — Twight Sterling, Sigil & Spark


Jack Morrison · Kommentar

Manchmal sitzt man hier am Schreibtisch, die Augen schwer von der Spätschicht, und starrt auf die zwei Hälften der Seite. Da ist die Welt der Menschen, ein Rückblick auf die letzten zwölf Tage, der eine seltsame Stille meldet. In Ländern wie Palau, Singapur oder Guyana regt sich zwar etwas in den Zahlen, aber nichts, was über eine bloße Beobachtung hinausgeht; kein Land bricht aus seiner eigenen Geschichte aus. Daneben liegt das Wetter des Kosmos, der Stand von heute, und zeichnet ein Bild von tiefer Ruhe. Die Sonnenaktivität ist flach, die Planetenstellungen sind reine Geometrie, und selbst bei den Erdbeben der letzten Woche bleibt die Statistik unter dem Üblichen, besonders in den Klassen M4.5 bis 5.0 und jenseits der M7.0.

Es ist eine verlockende Versuchung, diese beiden Berichte wie zwei Puzzleteile zusammenzudrücken. Man möchte das Schweigen am Boden mit der Stille im All verknüpfen, als gäbe es ein unsichtbares Zahnrad, das alles antreibt. Aber wer sucht, findet oft nur das, was er zu finden bereit ist. Wir haben nachgemessen, geprüft auf Tages- und Monatsauflösung, mit einer Schwelle für die Effektstärke, und wir haben nichts gefunden, was darüber liegt. Die beiden Berichte stehen nebeneinander, nicht ineinander.

Es gibt eine Verbindung, die feststeht: Die Gezeiten von Mond und Sonne modulieren die Bebenauslösung messbar, wenn auch nur um wenige Prozent. Alles andere bleibt das, was es ist: nackte, unverbundene Daten.

Morrison, over and out.


Eine Verbindung gibt es — nur eine andere, als alle vermuten. Mond und Sonne verformen die Erdkruste täglich um einige Dezimeter. Diese Gezeitenspannung ist winzig gegen den Druck, den die Plattentektonik über Jahre aufbaut — aber an Verwerfungen, die ohnehin kurz vor dem Bruch stehen, lässt sie sich nachweisen: In geeigneten Umgebungen, etwa flachen Aufschiebungen und vulkanischen Gebieten, folgt die Bebenhäufigkeit dem Gezeitentakt um wenige Prozent. Das ist gemessen und anerkannt. Es taugt nur zu keiner Vorhersage: Ein Anstieg von wenigen Prozent auf eine ohnehin winzige Tageswahrscheinlichkeit sagt Ihnen nichts über morgen. Und es ist ausdrücklich nicht der Zusammenhang, den man gemeinhin vermutet — nicht der Sonnensturm, sondern die Schwerkraft.

Ob Weltraumwetter auf Erdbeben wirkt, haben wir an 2,65 Millionen Ereignissen mit drei Verfahren geprüft — auf Tages- und Monatsauflösung, mit einer Schwelle für die Effektstärke. Wir haben nichts gefunden, was darüber liegt. Das ist kein Beweis, dass nichts da ist; es ist das, was wir mit unseren Mitteln sehen können. Die beiden Hälften dieser Seite stehen deshalb nebeneinander und nicht ineinander.

Angaben ohne Gewähr. Wie jeder Wetterbericht: Messwerte werden nachträglich korrigiert, Kataloge laufen mit Verzug ein, und Statistik ist keine Vorhersage. Wir nennen, was wir wissen — und sagen dazu, wo wir es nicht wissen.

Aristoteles zählte die Erdbeben zu den Meteora. Wir haben nachgemessen — sie gehören nicht dazu.